Walther Bensemann Turnier

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Internationales Treffen in Nürnberg

(Mainz – Edgar L.) Samstag 30. Juli – Für uns Enten war es eine Ehre, als Vertreter des Amateursports unsere Arbeit am Samstagmorgen einem internationalen Publikum in englischer Sprache vorstellen zu dürfen. 

Uns ist natürlich bewusst, dass im Umfeld der Jugendlichen das Leistungsprinzip eine ganz andere Rolle spielt als bei uns. In diesem Zusammenhang fokussierten wir uns bei unserem interaktiven Workshop auch nicht auf die Arbeit am Ball oder die körperliche Ertüchtigung, sondern auf das menschliche Miteinander sowie darauf, wie ein vielfältiges Team als Einheit zusammenwachsen kann.   

Transfers im Profisystem sorgen dafür, dass Spieler unterschiedlicher Herkunft in einem neuen Umfeld Fuß fassen müssen, wie dies auch bei uns Enten durch Flucht oder Umzug der Fall ist. Wer sich nicht wohlfühlt, bringt auf Dauer keine Leistung und tut sich mit der Integration schwer. 

Wir diskutierten, wie wir und die Jugendlichen aufeinander zugehen können, um Vielfalt als Chance statt als Bedrohung zu verstehen. 

Unsere Besuche kultureller oder religiöser Stätten sowie die gemeinsamen Fußballspiele in Deutschland und in den Heimatländern unserer Spieler kam beim Publikum gut an und regten zum Nachdenken an. Wir versetzten jeden in die Situation, wie er sich als Fremder, anders Aussehender, Andersgläubiger oder als Homosexueller in einem neuen Team fühlen würde. Es gibt kein Patentrezept für den Umgang mit verschlossenen Spielern, aber ein individuelles Aufeinanderzugehen und der Zusammenhalt auf und neben dem Platz sind die Basis für nachhaltigen Teamerfolg. Niemand sollte und möchte sich verstellen und von anderen aufgrund Unterschiede bzgl. Herkunft, Hautfarbe, Kultur, Religion, sexueller Orientierung, körperlicher Verfassung oder Alter ausgegrenzt oder umerzogen (Integration statt Assimilation) werden. 

Wir haben auch den Bogen zur Geschichte geschlagen, da sie erschreckend belegt, wozu Diskriminierung führen kann. Jeder Teilnehmer verstand, wie im Gegensatz dazu das Liverpool-Motto „You’ll never walk alone“ oder unser gelebtes Leitmotiv „You’ll never watschel alone“ dazu beitragen, dass die Mannschaftsmitglieder sich auf und neben dem Platz wohlfühlen und zusammenhalten. Im Gegensatz dazu begriffen sie, dass das Ausfahren von Ellenbogen mit dem Ziel, in der Mannschaft zu bleiben und andere rauszukegeln, dagegen zu Unbehagen und zu teamschädlichen Konflikten führt.

Unsere Auszeichnungen, namhafte Kooperationspartner sowie die Unterstützung durch bekannte Größen wie Jürgen Klopp bei unserem Einsatz für Vielfalt demonstrierte den Einfluss von Fußball auch im Amateurbereich. 

Beispiele aus dem Profibereich, wie Spieler Menschen positiv und negativ beeinflussen konnten, förderten das Bewusstsein, dass ein jeder einzelne Profi-Fußballer ein Vorbild sein kann oder eben auch nicht. Wir haben ganz klar den Eindruck gewonnen, dass die Workshop-Teilnehmer positive Vorbilder sein möchten.

Am Samstagnachmittag konnten wir uns ein Bild davon machen, wie die internationalen Jugendlichen Teamwork und Vielfalt auf und neben dem Platz leben. Es gab hochklassigen sowie äußerst fairen Fußball zu sehen.

Am Samstagabend kamen alle im Nürnberger Rathaus zum gemeinsamen Abendessen zusammen. Hier wurde das bisher Geschehene durch einen gelungen Film nochmal abgerundet. Es gab Bilder vom gemeinsamen Kabbalat Shabbat vom Freitag sowie vom Fußballerischen und den Workshops.

Vielen Dank an unsere Entenprinzessin Kim und ihre beiden Kollegen von der Uni. Die Zeitzeugen wurden hier nochmal zu Recht gesondert von der Moderation hervorgehoben, da sie durch die Vermittlung Ihrer persönlichen Diskriminierungserfahrungen aus der NS-Diktatur einfach am eindrücklichsten darlegen konnten, wozu Ausgrenzung führen kann und warum ein jeder sich einsetzen sollte, dass es NIE WIEDER zu solchen Zuständen kommen sollte.   

Am Sonntag fanden die Platzierungsspiele sowie das Turnierfinale statt. Auch hier zeigte sich, dass die Jugendlichen den Sinn der Veranstaltung verstanden hatten und sowohl gute Verlierer wie Sieger waren.  Schlussendlich zeigte das Feedback und v.a. das vorbildliche Verhalten der Teilnehmer, dass das Turnier ein voller Erfolg war. 

Ein kurzer Filmtrailer zur Ankündigung, der u.a. von der Enten-Prinzessin Kim produziert worden ist, kann an dieser Stelle angeschaut werden.

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