Suzuki ./. FC Ente Bagdad 1:5

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Mitten im Ramadan zeigen die Enten eine Energieleistung

Das übliche Foto beider Mannschaften vor dem Spiel

Es ist Samstagmorgen kurz vor zehn Uhr. Noch acht Stunden bis zum Auswärtsspiel in Lorsch. Der Enten-Coach kommt aus der Dusche. Erste Frage an Rita: „Hat schon jemand angerufen?“. „Nein, aber trockne dich erst einmal ab und komm’ zum Frühstück“, lautet die beruhigende Antwort. Sie weiß genau, was in ihm vorgeht.

Es ist immer wieder das gleiche Ritual: Vor jedem Spiel der Enten beginnt am Samstagmorgen im Hause Uhlich die Zeit des Bangens und des Hoffens. Sagt noch einer ab? Und wenn ja: Wieviel Zeit bleibt noch, Ersatz zu besorgen? –Telefon, Handy und Tablet befinden sich in Griffnähe. Ist der Coach unter der Dusche oder auf dem stillen Örtchen, übernehmen Rita und Kim das Wachkommando.

Das erste Marmeladenbrot ist verdrückt, da klingelt das Handy. An der Leitung ist Mustapha. Ich ahne Schlimmes und habe Recht: Samir ist mit seiner Freundin nach Berlin gefahren, Beshou ist es plötzlich schlecht geworden, Mohamed ist Ramadan-geschwächt, fährt aber mit, und Ajmal fällt wegen Ramadan komplett aus. Mit einem Schlag dreieinhalb Spieler weniger! Aber es kommt noch schlimmer: Simon und Victor sagen kurze Zeit später per Mail ab.

–Ob es Jogi Löw manchmal auch so geht? Diese Frage kann mangels Zeit nicht beantwortet werden. Jetzt gilt es, alle Konzentration auf das Akquirieren neuer Entenspieler zu fokussieren. Wie in guten alten Zeiten werden die Kandidaten vom Enten-Coach persönlich angerufen. Gott sei Dank gibt es heute Flatrates. Um den geneigten Leser nicht mit weiteren Details zu langweilen, fasse ich mich kurz: Nach zahlreichen erfolglosen Telefonaten hatte ich endlich zwei Enten an der Angel, und tatsächlich: Matthias W. sowie Ralf bissen an. Nochmals ausdrücklichen Dank an beide!

Vom sehr sympathischen fairen Suzuki-Team wurden wir freudig empfangen. Ok, die Duschen waren kalt und die Umkleidekabine hatte kein Licht, das anschließende Siegerbier war dafür aber gut gekühlt. Die Begegnung selbst, auf einem top Kunstrasenplatz, ist schnell beschrieben. Nach anfänglich hektischen Entenspiel mit zahlreichen Fehlpässen und egoistischen Dribblings konnten sich die Enten bei Edgar bedanken, dass man nicht bereits in Rückstand lag. Dann aber kam Ruhe ins Spiel, die Bälle wurden schnell und präzise abgespielt, es war nur eine Frage der Zeit, wann die Enten in Führung gehen sollten. In der 30. Minute ist es dann soweit. Der wie immer unermüdlich kämpfende Christian L. wuselt sich am Sechzehner durch und schießt den Ball unhaltbar in die Maschen.

Die zweite Halbzeit läuft gerade zehn Minuten, da wird Ralf unsanft im Suzuki-Strafraum gelegt. Der Schiedsrichter zeigt sofort auf dem Elfmeterpunkt und lässt sich gleichzeitig auswechseln. Mangels Freiwilliger übernimmt nun der Enten-Coach die Pfeife für den Rest des Spiels. Der Ramadan-geschwächte Mohamed nimmt sich den Ball, tritt zum Elfer an und verwandelt diesen mit einem gelupften Ball in die Mitte. Wahnsinn, ein Kunstschuss, super cool – oder lag es etwa an der mangelnden Kraft? So what?! Die Enten führen 2:0 und die Begegnung scheint gelaufen.

Jetzt aber zeigt der Suzuki-Motor, was ihm steckt. Mit hoher Drehzahl läuft eine Angriffswelle nach der anderen auf’s Enten-Tor. Uli hat alle Hände voll zu tun, kann aber den Anschlusstreffer in der 75. Minute nicht verhindern. Jetzt wird es eng. Der Enten-Coach kann als Schiedsrichter keine taktischen Anweisungen mehr geben. Die Enten besinnen sich nun aber wieder auf ihre Tugenden; vielleicht lag es ja am strengen Blick des Pfeifenmanns? Tilo köpft zum 3:1 und Matthias W. erhöht auf 4:1, der Drops ist gelutscht. Mit dem Abpfiff des souveränen Schiedsrichters krönt Ali sein 100-Meter-Solo, vorbei an allen Suzuki-Spielern, mit einem Tor der Marke Robbery. Chapeau!

Noch ein paar kühle Getränke auf das 5:1 und wir müssen weg. Mohamed will rechtzeitig zum Sonnenuntergang zu Hause sein.

Für die Enten spielten: Uli, Matze, Stephan M., Edgar, Ali, Tilo, Carlos, Christian L., Quasem, Mustapha, Mohamed, Matthias W. und Ralf.

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