Respekt! –Auch in der Rhein-Zeitung

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FC Ente Bagdad: You'll never watschel alone!

Auch die Rhein-Zeitung von heute veröffentlicht nochmal einen schönen Artikel über den FC Ente Bagdad und sein Engagement auf und neben dem Platz (von Daniel Seeger):

„FC Ente Bagdad: You'll never watschel alone!

Mainz - Kein Platz für Fremdenfeindlichkeit, Rassismus und Vorurteile, sondern für Integration: Allmonatlich vergibt die Fußballzeitschrift „Querpass” eine Auszeichnung für Menschen, die sich in diesem Bereich verdient machen.

»Respekt!«-Person des Monats wurde jetzt Ronald Uhlich mit seinem Mainzer Fußball-Club Ente Bagdad. Nach dem Europapreis 2006 ist dies eine weitere Auszeichnung, die der 1973 gegründete Verein für sein soziales Engagement auf und neben dem Rasen entgegennimmt.

Das soziale Engagement der Enten basiert dabei zu einem wesentlichen Teil auf dem „Enten-Netzwerk”. Uhlich, ausgewiesener Trainer auf Lebenszeit, erklärt sich die Stärke des Vereins so: „Wir sind beruflich breit gestreut. Wenn bei einem Vereinsmitglied Not am Mann ist, weiß bei uns immer jemand, was gemacht werden muss.” So fänden sich für fast alles Lösungen, sei es in Fragen zu Beruf, Bankgeschäften oder bei rechtlichen Fragen. Gegründet wurde der Verein, als die deutsche Nationalmannschaft, mit Namen wie Franz Beckenbauer, Gerd Müller und Wolfgang Overath, im Zenit ihres Erfolges stand. „Damals war es in, Hobby- und Thekenmannschaften zu gründen”, erzählt Stefan Schirmer, Le Maître de la Toile (Der Beherrscher des Internets). Um sich von („Kneipen-”) Mannschaften wie Schüttrein Zwerchallee und Konsorten abzuheben, wählten die Gründer einen Namen mit internationalem, exotischem Flair. „Zum Namen kamen wir, weil Bagdad damals wirklich noch mit etwas Märchenhaftem verbunden wurde”, so Uhlich. Und märchenhaft wie in 1001 Nacht wollten sie auch spielen. Über die Jahrzehnte wurde die Mannschaft zunehmend international - heute haben von den 60 aktiven Mitgliedern fast die Hälfte ausländische Wurzeln. 14 Nationalitäten tummeln sich bei den Enten auf dem Rasen. „Auf dem Platz werden bei uns viele Sprachen gesprochen: Marokkanisch, Arabisch, Spanisch, …”, erzählt Victor Choque aus Bolivien. „Aber wir verstehen uns trotzdem, das ist wie ein Wunder.” Schon seit zehn Jahren hält er dem Verein die Treue, seine Zeit beim Verein bezeichnet der Bolivianer als mit das Beste, was ihm in Deutschland passiert ist. Besondere Vereinserlebnisse ergeben sich auf den vielen Reisen, die dank der mannschaftsinternen Kontakte und Verbindungen immer wieder zustande kommen. Getreu dem Motto: „You’ll never watschel alone!” verschlug es die (Flug-) Enten etwa vor zwei Jahren nach Marokko.

„Eine Reise-Ente haben wir auch”, frotzelt Schirmer und meint damit „unseren Ostfriesen”, der zwar in Oldenburg wohnt, bei jeder Reise aber immer mit von der Partie ist. 2005 flogen die Enten nach Syrien. „Wir waren die erste deutsche Mannschaft, die überhaupt dort gespielt hat”, erinnert sich Uhlich. „Wir sind empfangen worden wie die deutsche Nationalmannschaft”.

So schön die Erinnerungen an Syrien sind, sie werden überschattet vom schweren Autounfall jenes syrischen Mannschaftskameraden, der für die Reise den entscheidenden Impuls gegeben hatte. Und auch hier trat die Stärke des Vereins in der Not erneut zutage: Nach Feststellung einer Querschnittslähmung sorgte der Verein in einer großen Sammelaktion für die Anschaffung eines behindertengerechten Autos für ihren Mannschaftskameraden.“

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