Offener Brief: Lesbos darf nicht in Vergessenheit geraten

(Kommentare: 6)

Wir fordern sofortige Hilfen für die Menschen auf Lesbos

(Mainz – eig. Bericht) Der FC Ente Bagdad richtet in einem offenen Brief einen Aufruf zur Soforthilfe für die auf Lesbos im Lager Moria gestrandeten Geflüchteten an die Verantwortlichen der deutschen und europäischen Politik. Die Situation dort sieht wie folgt aus:

Moria wurde für knapp 3 000 Menschen gebaut. Mittlerweile leben dort über 20 000 Flüchtlinge. In großen Teilen des Camps haben Tausende keine Toiletten, Duschen oder elektrischen Strom. Es gibt Hochrechnungen, wonach auf eine Toilette fast 200 Menschen kommen – und das ist nur die Hygienesituation. Es mangelt den Menschen dort an allem: an Unterkünften, an Nahrungsmitteln, an medizinischer Basisversorgung. Nach einer lebensgefährlichen Flucht erreichen diese Menschen Europa und finden dort die Hölle auf Erden. Die Camps sind überfüllt. Die Menschen haben Angst um ihr Leben und um ihre Familien. Ärzte ohne Grenzen berichten, die Situation sei schlimmer als in libyschen Lagern.

Wir hoffen auf schnelle Hilfe der Politik. Die angekündigte Übernahme von 1 500 Flüchtlingen hat nämlich bisher nur zu einem sehr geringen Bruchteil stattgefunden.

Insbesondere hoffen wir auf unsere Partner, Freunde und Verbündete, die wir davon ebenfalls in Kenntnis gesetzt haben, sowie auf die Leser dieser Nachricht. Bitte teilt den Brief auf allen Euch zur Verfügung stehenden Kanälen. Ein Kommentar unter diesem Artikel wäre auch schön. Vielen Dank im Voraus.

You’ll never watschel alone!

FC Ente Bagdad

 

Der offene Brief als PDF zum Download:

Offener Brief.pdf (1,3 MiB)

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Kommentar von Mely K. |

Danke für diesen Aufruf, und Danke für euren Mut.
„Die Bundesregierung ließ deutsche Urlauber wegen Corona auf Staatskosten zurückfliegen. Müssen Touristen immer aus dem Bällebad abgeholt werden?
Interessant war die Wortwahl, mit der man die Aktion beschrieb. Der Außenminister bezeichnete sie als Reisende, was sehr geschäftig klingt, tatsächlich waren es in der Mehrzahl Urlauber. Ihre Situation wurde als "gestrandet" beschrieben. Falls mal jemand echte Gestrandete sehen will, sollte er/sie sich Bilder aus dem Lager Moria auf Lesbos angucken, wo 20.000 Flüchtlinge ohne jede medizinische und infrastrukturelle Versorgung festgehalten werden. Das sind Gestrandete.“

Kommentar von Entenprinzessin |

Ein wirklich guter und wichtiger Brief!!
Ich bin stolz eine Entin zu sein.

Kommentar von Jutta Schäfer |

Sehr gute, klare, wichtige und nötige Worte !
In den ersten Monaten von "Corona" und dessen große tägliche Medienpräsenz hätte man fast meinen können, das Lager Moria und auch Lesbos existieren gar nicht mehr. so wenig wurde darüber berichtet. Es kann und darf nicht sein, dass diese Zustände und die unwürdige Lage der Menschen dort weiterhin so unbeachtet bleibt, aus unserem Bewusstsein verdrängt oder gar zur "Gewohnheit" wird.

Kommentar von Werner Franz |

Gute Initiative, super!

Kommentar von Peter Rehm |

Es ist erbärmlich, dass Deutschland und die EU nur wenige Flüchtlingskinder und Familien von Lesbos aufnehmen. Es scheint so, als ob man erst abwartet bis die Kinder schwer krank geworden sind, dann nimmt man sie auf und verteilt sie auf die Bundesländer. Und verkauft das dann als humanitäre Wohltat. Im Umkehrschluss heißt das: Rettung in letzter Sekunde aber vorher nur zugeschaut und Hilfe unterlassen. Deutschland verfügt über so viel Kapazität. Könnte demzufolge viel mehr Menschen aus den griechischen Flüchtlingslagern aufnehmen und hier versorgen. Dass die EU die Not und das Leid der Flüchtlinge auf Lesbos ignoriert, grenzt an Menschenverachtung. Was fällt unseren Politikern demnächst ein, wenn sie in der Kirche sind und beten? An was denken sie? Zu aller erst an sich selbst. Wie wäre es mal mit "Liebe Deinen Nächsten!".
Nicht zu vergessen sei Griechenland, das in die humanitäre Katastrophe rein geschlittert ist. Und viel mehr Hilfe der EU benötigt. Solidarität bleibt aber auch hier auf der Strecke!

Kommentar von Frank Baum, Kickers Fanprojekt |

Klasse Initiative der Enten-Community, vielen Dank! Auch wenn mittlerweile etwas Bewegung in die Sache gekommen ist, macht es einen sprachlos, wie lange es gedauert hat, Kinder und Jugendliche in extremer Not aus diesem Höllenloch heraus zu holen. Und es sind immer noch viel zu wenige. Lesbos und was auf dem Mittelmeer passiert, ist eine moralische Bankrotterklärung für unser Land und die EU.