Neujahrsansprache des Entencoachs

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Liebe Entenfamilie,

der Jahreswechsel ist die Zeit, um durchzuatmen, die Ereignisse des letzten Jahres nochmals Revue passieren zu lassen und einen Ausblick für das neue Jahr zu geben.

2010 war gekennzeichnet durch eine Anhäufung von Katastrophen wie selten zuvor. Überschwemmungen, Erdbeben, Epidemien oder die Explosion der Bohrinsel im Golf von Mexiko führten zu unvorstellbarem Leid in den betroffenen Regionen. Selbst in Mainz bebte die Erde, dieses Mal nicht am Bruchweg oder in der Enten-Arena, sondern in ganz Mainz und Umgebung mit dem Epizentrum im Vorort Mainz-Finthen. Es gibt aber auch Erfreuliches zu berichten, wie das Wunder von Chile, Lenas Grandprixsieg oder Daniela Katzenbergers Café-Eröffnung auf Mallorca.

Sportlich war das Jahr aus deutscher Sicht sehr erfolgreich. In Kanada wurden bei der Winterolympiade zehn Goldmedaillen erkämpft und damit in der Nationenwertung der zweite Platz belegt. Im Sommer war es dann endlich soweit: Zum ersten Mal fand eine Fußball-WM auf afrikanischem Boden statt, und die deutsche Nationalmannschaft präsentierte sich in Bestform: Sie spielte den herzerfrischendsten Offensivfußball, schlug Argentinien 4:0 und belegte nach einer überragenden Turnierleistung den dritten Platz. 

Die noch größere Überraschung war aber die unvergleichliche und von niemandem erwartete Leistung des Teams von Mainz 05. So wurde mit sieben Siegen am Anfang der Saison der Bundesligarekord eingestellt, was nicht nur im europäischen Ausland, sondern auch in Kambodscha für Aufsehen sorgte, wie die von Werner mitgebrachte Phnom Penh-Post belegt. Die Vize-Herbstmeisterschaft und der damit verbundene Champions League-Platz sind sensationell.

Neben den globalen Themen rund um den Erdball wird nun aber der Blick auf den Mikrokosmos Ente Bagdad gelenkt. Auch im 37. Enten-Jahr gab es tolle Erlebnisse, aber auch weniger erfreuliche Ereignisse:

Offensichtlich Horst Köhler als Vorbild nehmend verabschiedeten sich unerwartet und zum großen Bedauern nach langjähriger Treue unsere beiden Recken Peter R. und Richard (Le Titan) aus dem aktivem Spielbetrieb. Laut gut informierten Kreisen hat der Titan aber bereits angedeutet, dass er, falls es einen Torwartengpass gibt, den Enten aus der Patsche helfen wird.

Matthias W. zeigte im mitreißendsten Dokumentarfilm des Jahres, „Die 4. Revolution – Energy Autonomy“, dass er nicht nur in der Enten-Arena eine gute Rolle spielt. 

Elmar R., unsere Historiker-Ente aus guten alten Zeiten, erntete mit seinen Recherchen zu Sitting Bull in Mainz und der anschließenden Ausstellung große Aufmerksamkeit.

Am 06.06. dann der große Tag unseres Ehrenspielführers Kuno, der seinen 80. Geburtstag feierte und uns wenige Tage später in seinem Garten zu einen Umtrunk im kleinen Kreis einlud.

Nachdem sich Victoria von Schweden und Daniel Westling am 19. Juni in Stockholm das Ja-Wort gaben, fand die Enten-Traumhochzeit des Jahres von Mokka und Sorina am 10. Juli in Bingen statt, unter Beteiligung der Enten-Repräsentanten Christoph B., Stefan S. sowie Ute F., Richard D. und Dackel Dino.

Das schon nicht mehr für möglich gehaltene Comeback des Jahres feierte nach langer Verletzungspause im Spätsommer Bernd Bomber. Endlich wieder dabei, zeigte er bereits mit seiner ersten Ballberührung, dass er noch immer einen Mordsbums hat: Mit gefühlten 200 km/h flog der Original-Champions League-Endspielball, sehr zum Verdruss von Heiko, auf Nimmerwiedersehen übers Tor und landete irgendwo im Nirwana. Dank dieses Kunstschusses wurde Bernd auf der Enten-Weihnachstfeier unter tosendem Applaus mit der „Pleiten-, Pech- und Pannen-Ente 2010“ durch den Weihnachtsmann persönlich geehrt.

Fußballerisch war die Enten-Saison sehr stark vom harten und langen Winter beeinflusst. Von Erderwärmung keine Spur, mussten aufgrund der Wetterkapriolen bereits zwischen Januar und März  sowie zum Ende der Spielzeit zahlreiche Begegnungen abgesagt werden. Entgegen der üblichen 14 bis 16 Spiele kam es so nur zu neun Partien. 

Die Highlights waren dabei die Spiele gegen den SV Maroc (10:3), Ex-Club von Abderrahim Ouakili (früher u.a. Mainz 05), sowie in Frankreich gegen CH Strasbourg (1:1) – gegnerischer Altersdurchschnitt ca. 25 Jahre. Ein dickes extra Lob gehört den beiden Initiatoren Mohammed „Le Guide“ als auch „Vice-Président“ Werner. Es war eine sehr große Freude und Ehre, gegen sehr gut besetzte internationale Teams zuspielen und zu zeigen, dass die Ente auch außerhalb Rheinhessens immer noch mithalten kann. Der diesjährige Aufenthalt in Straßburg reihte sich dabei nahtlos in die tollen Auslandsreisen der letzten Jahre ein. Wenn es auch nur eine kurze Stippvisite war, so hatten alle Teilnehmer grenzenlosen Spaß an unserem Beitrag zur deutsch-französischen Völkerverständigung mit wenigen Toren (1:1), aber Crêpes bis zum Abwinken.

Für viel Furore sorgte die „Enten-Boy Group“ Christoph, Philipp und Simon, die sich mit ihrer dynamischen, technisch brillanten, offensiven Spielweise in die Herzen aller Enten spielte und für höchsten Respekt bei gegnerischen Mannschaften sorgte. Ähnlichkeiten zu der 05-Kopie Schürrle, Holtby und Szalai sind rein zufällig. Hier spiegelt sich die seit Jahren kontinuierliche und erfolgreiche Jugendarbeit wider. Im Bereich Entenküken-Aufzucht haben Peter E. mit Anton sowie Matthias D. mit Johann in 2010 nachgelegt. Herzlichen Glückwunsch zu dieser vorbildlichen Leistung.

Im Mittelpunkt der diesjährigen Ereignisse stand natürlich die Respekt!-Auszeichnung. Nach der Verleihung des Europa-Sonderpreises 2006 durch das Land Rheinland Pfalz wurde Ente Bagdad erneut für die seit Jahrzehnten vorbildlich gelebte Integrationsarbeit geehrt. Dieses Mal im Rahmen einer bundesweiten Aktion gegen Rassismus. Zu Recht können wir sehr stolz auf diese Auszeichnung sein, die Dank der hervorragenden Pressearbeit unseres Kommunikationsleiters Christian „Le Reporteur“ H. sowie der Premium-Enten-Webseite große Beachtung in den Medien fand.

So abwechslungsreich das letzte Jahr war, so bunt und vielfältig soll es auch 2011 weiter gehen: Neben zahlreichen Freundschaftsspielen in der näheren Umgebung sind als Sahnehäubchen auch für die kommende Saison wieder Reisen und Begegnungen an besonderen Plätzen in der Vorbereitung. Dank der internationalen Kontakte von Werner, Mohammed und Oktay werden wir voraussichtlich neben einem Spiel im Mainzer Volkspark gegen die Rangers, in Straßburg, Brüssel, Manchester und eventuell in der Türkei antreten.

Leider wird die ursprünglich geplante Kultur-Fußballreise nach Jordanien aufgrund fehlender gegnerischer Teams in 2011 nicht stattfinden. Aufgeschoben ist aber nicht aufgehoben. Wir werden versuchen, die Reise zu einem späteren Zeitpunkt nachzuholen. Wesentlich wichtiger ist es, dass es Imad im kommenden Jahr wieder besser geht und die offenen Wunden endlich verheilen. 

Für die Enten-Frauen zum Schluss noch der Hinweis, dass auch im kommenden Jahr die Enten-Ladies-Kinonight unter der Schirmherrschaft von Rita „La Présid-Ente“ weiter fortgeführt wird. 

Wir können auf ein bewegtes Jahr zurückschauen, das, wie ich weiß, nicht nur mit Sonnenschein, sondern bei einigen auch mit Schicksalsschlägen verbunden war. Umso mehr hoffe ich, dass wir mit neuer Leidenschaft und Mut ins neue Jahr gehen und den Blick für die wichtigen Dinge des Lebens bewahren. Wenn Ente Bagdad hierzu einen kleinen Beitrag leisten kann, können wir zufrieden sein.

Ich wünsche Euch allen und Euren Familien ein gutes Neues Jahr und viel Spaß, Freude und vor allem Gesundheit in 2011.

You´ll never watschel alone

Euer Enten-Coach

 

PS.  Zum Schluss noch ein Zitat von Forrest Gump: „Das Leben ist wie eine Pralinenschachtel: Man weiß nie, was man bekommt.“

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