Kultur-Kick-Reise nach München / Dachau

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Endlich sind die Enten wieder unterwegs

(Mainz – Joseph L.) Nach einer längeren Durststrecke ohne größere Reise konnten wir in diesem Jahr endlich unsere Tradition der Kultur-Kick-Reisen fortsetzen. Wir wollten dabei die Fäden aufnehmen, die wir bei unserer letzten Reise 2019 in Israel knüpfen konnten. Damals wie heute umtreibt uns Enten das Thema Ausgrenzung, fehlende Toleranz und Antisemitismus. Deshalb waren wir mit einer großen Truppe nach Israel gefahren. Und deshalb haben wir in diesem Jahr München und Dachau zusammen mit unseren Enten mit Migrationshintergrund besucht.

Freitag, 22. Oktober

Unsere Reise beginnt Freitag morgen in Mainz. Die Sonne scheint. Alle Enten sind pünktlich und freuen sich auf die Reise in Richtung Süden. Das Wetter könnte besser nicht sein. Der Herbst zeigt sich von seiner schönsten Seite. Wir sind alle 3G-technisch überprüft und die Fahrt nach München wird zu einem ersten Highlight. Wir haben wieder einmal den besten Busfahrer (Danke Richard!). Die Vorfreude auf München ist greifbar, man schnattert über Gott und die Welt. Es ist schön, dass die Enten-Familie wieder einmal zusammen ist.

Abends in München werden wir herzlich empfangen von unseren Freunden von „!NieWieder“ und dem TSV Maccabi München. Wir erfahren viel über die jüdische Synagoge, das Museum und das jüdische Gemeindezentrum in München. Vor allem die Synagoge beeindruckt uns. Eine wunderbare Architektur, angelehnt an den Tempelbau in Jerusalem.

Etwas später lassen wir den Abend bei einem kulinarisch erstklassigen Shabbat-Dinner ausklingen. Shabbat Shalom!

Samstag, 23. Oktober

Am Samstag besuchen wir die KZ-Gedenkstätte in Dachau. Die meisten von uns waren vorher noch nicht hier. Eberhard Schulz von „!NieWieder“ und Klaus Schultz, ehemaliger Diakon der Versöhnungskirche in Dachau, nehmen sich die Zeit, uns zu erklären, was man nicht erklären kann. Dachau war ein Baustein in dem großen Zivilationsbruch der Nationalsozialisten. Es ist ein Ort der Hilflosigkeit. 200.000 Häftlinge waren hier interniert, 41.500 mussten ihr Leben lassen. Viele nahmen sich das Leben. Viele andere wurden in den Osten deportiert. Ein Ort des Schreckens. Und doch soll dieser Ort uns heute ermahnen, an das Gute zu glauben und uns dem Bösen in den Weg zu stellen. Die Eindrücke und die Widersprüche dieses Besuchs werden uns lange begleiten.

Nach so einem Besuch fällt es schwer, wieder „umzuschalten“. Wir haben es versucht so gut es ging. Nach einem gemeinsamen Mittagessen im Gasthof Zieglerbräu genießen wir den Ausblick von der Schloss-Terasse unter der bayerischen Herbstsonne. Zeit zum Durchatmen.

Als nächstes stand unser obligatorisches Freundschaftsspiel auf dem Programm. Denn klar ist, eine Kultur-Kick-Reise der Enten ohne ein richtiges Fußballspiel ist gar nicht denkbar. Und so war am frühen Abend Anstoß gegen die Mannschaft von buntkicktgut. Buntkicktgut ist eine 1996 gegründete Integrations­initiative. Ziel der Mannschaft ist es, Jugendliche und Erwachsene verschiedener kultureller und sozialer Herkunft in München zu verbinden. Ein wunderbarer Partner für die Enten. Und auch wenn das Ergebnis an diesem Abend hier nicht der Erwähnung bedarf (wir waren ohne jede Chance), so war es doch auch ein schöner Abend. Ob in München oder in Mainz – als Fußballvereine können wir deutlich machen, dass Ausgrenzung in die Irre führt, dass Vielfalt uns stark macht und dass der Sport verbindet.

Sonntag, 24. Oktober

Der letzte Tag unserer Reise kommt viel zu schnell. Uns gefällt es in München, und nicht wenige hätten Lust, noch ein paar schöne Herbsttage hier zu verbringen. Nun – last but not least – fahren wir am Sonntag noch einmal nach Fröttmaning zur Allianzarena und zum Museum des FC Bayern München. Dort empfängt uns Klaus Schultz noch einmal. Wir besuchen mit ihm das Museum und lassen uns mitreißen von der Atmosphäre der Allianzarena. Das Stadion zählt zu Recht zu den schönsten Fußballtempeln dieser Welt. Wir machen Fotos, wir stehen staunend in den Umkleidekabinen der Bayern-Stars – und wir hoffen trotzdem, dass die 05er sie beim nächsten Zusammentreffen schlagen.

Vor der Abreise stärken wir uns noch einmal mit Brezeln und Bratwurst im Englischen Garten und genießen das großartige sonnige Herbstwetter. Dann treten über 30 glückliche Enten die Heimreise an. Gegen Abend sind wir wieder in Mainz. Es ist kalt geworden. Das Wochenende neigt sich dem Ende zu. Die Erinnerungen werden bleiben.

You’ll never watschel alone!

Vielen lieben Dank für die finanzielle Unterstützung der Amadeu-Antonio-Stiftung sowie der Deutschen Kinder- und Jugend-Stiftung.

 

Ein paar bewegte Bilder verschaffen weitere Eindrücke und können an dieser Stelle bewundert werden.

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Kommentar von Eberhard S. |

Liebe Enten,
herzlichen Dank für den "Entenbrief", der die Reise nach München so farbig und interessant wiedergibt. Sie war dicht, vielfältig und bunt. Text und Bilder dokumentieren das. Es ist schön, mit Euch zusammen das erlebt zu haben.
Mit herzlichen Grüßen an alle und weiter so MUTIG VORAN!
Eberhard