Keiner watschelt hier alleine
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EHRUNG Fußballverein „Ente Bagdad“ wird für Integrationsarbeit ausgezeichnet / Großes Netzwerk vieler Nationen
Gleich am Montag nach dem Presse-, Funk-und Fernsehtermin in der Entenarena berichtete die Allgemeine Zeitung Mainz über die Enten und die Wahl des Enten-Coaches zur Respekt!-Person:
Auszeichnung für den alternativen Fußballverein FC Ente Bagdad: Für ihr Engagement bei der Integrationsarbeit wurden die „Enten“ um Chefcoach Ronald Uhlich von „Querpass“, dem Magazin für Fußball und Kultur mit Sitz in Frankfurt, mit der Auszeichnung „Respekt!“ geehrt.
Uhlich wurde auf dem Sportplatz an der Bretzenheimer Ulrichstraße stellvertretend für die vorbildliche gelebte Integrationsarbeit des FC Ente Bagdad als „Respekt Person November 2010“ gewürdigt. Aus diesem Anlass war ein Kamera-Team vor Ort, um einen Film über den Klub zu drehen. Gleichzeitig wurde an dem Sportgelände ein Schild mit der Aufschrift „Respekt! Kein Platz für Rassismus“ angeschraubt.
Die Hobby-Fußballmannschaft war 1973 von Uhlich sowie drei anderen Abiturienten des Gutenberg-Gymnasiums gegründet worden. Damals gab es zahlreiche Freizeitformationen mit lustigen Namen Marke „Alligator Gonsenheim“ oder „Satan Weisenau“. „Wir wollten einen internationalen Namen, um unsere kosmopolitische, weltoffene Einstellung zu dokumentieren“, erläuterte Uhlich. „Bagdad, in dieser Zeit als Synonym für 1001 Nacht, sollte unser märchenhaftes Fußballspiel symbolisieren.“
Von Anfang an waren Uhlich und Co. unter dem Motto „You’ll never watschel alone“ neben der Freude am Kicken der soziale Aspekt sowie die Integration anderer Nationalitäten sehr wichtig. Mittlerweile jagen bei den „Enten“ Spieler aus Frankreich, Italien, Spanien, Österreich, Türkei, Marokko, Bolivien, Chile, Burkina Faso und Syrien der Kugel hinterher. Als Ehrenkodex gilt dabei Toleranz und Respekt sowie Fairness gegenüber den Mitspielern - völlig unabhängig von Alter und Herkunft. Ente Bagdad ist stolz auf um die 50 aktive Spieler zwischen 16 und 60 Jahren, unter denen sich bereits die Söhne einiger „Alt-Enten“ tummeln. Aufgrund der guten Atmosphäre und Kontakte innerhalb der großen „Enten“-Familie wird den ausländischen Mitspielern nicht nur privat, sondern auch beruflich Hilfe geboten. „Durch das gut funktionierende Netzwerk aus Anwälten, Ärzten, Unternehmern, Bankern, Informatikern, Immobilienmaklern und Verwaltungsangestellten, aber auch Gärtnern, Sozialpflegern, Fahrern und Handwerkern, kann in vielen Lebenslagen Hilfe geboten werden“, sagte Uhlich. „Im Gegenzug bereichern unsere ausländischen Kollegen unsere Gemeinschaft durch ihre Offenheit, Lebensfreude und Spontanität.“ Um den kulturellen Austausch aktiv zu fördern, haben die „Enten“ zudem diverse Freundschaftsspiele im Ausland ausgetragen.
(Text von Michael Heinze)
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