JuNap Trebur ./. Ente Bagdad 8:4

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JuNap gegen Ente Bagdad – ein etwas anderer Spielbericht

Dank an Magdalena für einen klasse Spielbericht. Es hat 45 Jahre gedauert, bis sich endlich eine Entenfrau traut! Chapeau für ihren Mut. Der Coach schlägt sie direkt als Frauenbeauftragte bei Ente Bagdad vor.

Hier nun aber zum Text:

Sonntag, 14:30 Uhr, die Sonne brennt vom wolkenlosen Himmel, das Quecksilber im Thermometer steigt. Die Hitze flimmert über dem Rasenplatz in Trebur und ich starre mit einer wild durcheinander gewürfelten Enten-Mannschaft auf das Bild vor uns. 13 junge, durchtrainierte Männer ziehen ein knallhartes Aufwärmprogramm durch. Die Mannschaft von JuNap imponiert uns, keine Frage. Es wird gelaufen, gedribbelt, Passspiel geübt, und der Torwart lässt fast keinen Ball durch.

Wir sind beeindruckt, zurückhaltend. Die ersten Enten wollen dem Spektakel nicht länger zusehen und flüchten in den kühlen Umkleideraum, die Erinnerungen an unsere Polen-Trip mit ähnlichen Temperaturen plötzlich erschreckend frisch. Es fehlt lediglich das Feuerwehr-Auto, das den Platz besprengt.

Unsere Ehrfurcht wird noch größer. Domenico, der JuNap-Chef, begrüßt und klärt uns auf: Ja, JuNap ist eine Hobbymannschaft. Doch einige Spieler können auf lange Jahre Vereinsmitgliedschaften zurückblicken. Und das gar nicht mal so weit in der Vergangenheit.

Doch was bleibt uns übrig? Die Enten werfen sich in Rot-Weiß und wir begeben uns auf den Platz. Was zunächst aus der Entfernung vermutet wurde, bestätigt sich gleich: Das saftige Gras wird geschont, ist daher nicht gemäht. Für einen Spaziergang ohne Schuhe perfekt, für ein Fußballspiel gegen eine doch sehr professionell anmutende Mannschaft leider nicht.
Ich spiele gar nicht mit, bin Begleitung – man sagt auch Enten-Lady –, daher suche ich mir einen Platz im Schatten und bin gespannt auf die nächsten anderthalb Stunden.

Der Gastgeber startet forsch, das erkenne sogar ich. Die Enten sind schnell schwindelig gespielt und nach gut zehn Minuten und einem Missverständnis in der Abwehr steht es mit einem zusätzlichen Elfmeter schon 2:0 für JuNap. Aber ich kenne doch die Enten, die trotzen einigem. Sonne, Hitze, hoher Rasen – das kann sie nicht aufhalten. Durch einen schnellen Konter kann Ralf ganz schnell verkürzen.

Die Stimmung auf dem Feld ist sportlich, professionell und mehr als fair – das „Kein Platz für Rassismus“-Schild am Tor ist definitiv Programm. Das gefällt den Enten. Und auch mir. Das Spiel ist spannend, das kann ich nicht anders sagen. Zu beiden Seiten entstehen genügend Chancen und keiner gibt auf. Das 3:1 von JuNap können die Enten mit einem Doppelschlag durch Ali zum Pausenpfiff noch ausgleichen, jetzt haben sich alle kühles Wasser mehr als verdient.

Die hochmotivierten Enten wollen natürlich mehr. Die mittlerweile über 30 Grad spüren sie zunächst nicht – ganz im Gegensatz zum Publikum: Auf Seiten der zahlreichen JuNap-Fans wird das erste Eis verteilt, und alle ignorieren gekonnt das Plätschern aus dem nahegelegen Schwimmbad.

Die zweite Halbzeit kann beginnen und wir blicken auf elf ermutigte und fitte Enten. Doch haben sie leider die Rechnung ohne JuNap gemacht. Mit Ballsicherheit und Schnelligkeit üben die Jungs aus Trebur zu Anfang der zweiten Halbzeit direkt ordentlich Druck auf das Ententor aus. Keeper Eric wird es definitiv nicht langweilig. Die Konterchancen werden leider immer weniger und wenn sich welche ergeben, verstreichen sie ungenutzt.

Nach weiteren 25 Minuten sieht man den Enten den Kampf gegen die Hitze (und den ein oder anderen schnelleren Spieler von JuNap) deutlich an. Aber Aufgeben gibt es bei uns nicht! Kurz vor Schluss wird es noch einmal so richtig spannend, selbst ich lehne mich auf meinem Platz weit nach vorne, um nichts zu verpassen. Und ja, es klappt! Rahmani gelingt mit einer schönen Einzelleistung ein weiterer Enten-Ehrentreffer. Das Publikum klatscht begeistert. Doch alle Motivationsrufe des Enten-Coachs vom Rand können am Ende nicht das Ergebnis ändern: 4:8 müssen sich die Enten in Trebur geschlagen geben. Aber der anhaltende Applaus der Fans beweist: Das Spiel war mehr als sehenswert!

Und das wird im Anschluss noch ordentlich gefeiert, denn die Jungs von JuNap sind vorbereitet: Kühles Bier steht gegen den Durst bereit (sogar für mich!), es wird fair abgeklatscht (auch mit mir!) und noch lange über weitere Spiele gesprochen. Ich lehne mich zurück, genieße Bier und Schatten und muss zugeben: Obwohl Enten-Lady hab ich an meinen freien Nachmittagen oft besseres zu tun als Fußball zu gucken. Ich will sogar ganz ehrlich sein: Fußball ist überhaupt nicht ein Ding.

Doch mit Ehrgeiz, mit offensichtlichem Spaß am Spiel und mit starkem Zusammenhalt im oft unterschiedlich aufgestellten Team schaffen es die Enten immer wieder, auch gänzlich fußball-unbegeisterte Menschen (Frauen!) anzustecken. Also liebe Enten: Es war mir ein Fest und ihr habt grandios gekämpft!

Für die Enten schwitzten: Dirk, Eric der Franzose (heute im Tor), Ali F., Amir, Yama, Siyer, Mohammed der Torwart (heute nicht im Tor), Walled, Qasem, Habib, Ralf, Saleh, Shamani, der andere Ali, Werner P.

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Kommentar von Dirk |

Toller Bericht. Macht Spaß den zu lesen :)