Jedermänner Bodenheim ./. Ente Bagdad 5:6
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Drei interessante Halbzeiten
Am Montagabend, dem 21.10.2013, trafen die Enten unter Flutlicht auf das sympathische Bodenheimer Team. Dieses präsentierte sich nach optischer Einschätzung sehr gut aufgestellt. Aber auch der Entencoach hatte tief in die Trickkiste gegriffen und nicht nur aus der Keeper-Not heraus den dauerverletzungsbedingt „einarmigen Banditen” Richard ins Ententor gestellt, sondern als Kompensation für diese Schwäche auch den starken Sven auf den fantastischen neuen Bodenheimer Kunstrasen gebracht.
Diese Ente wirbelte dann auch von Beginn an die Gastgeber gehörig durcheinander, so dass der Einarmige im Ententor zunächst die Bodenheimer Abendluft entspannt genießen konnte. Dies war jedoch auch der superstarken Viererabwehrkette um Michael K., Klaus M., Stephan M. und Victor zu verdanken. Ja und dieser Sven, ein Phänomen, welches ein ganzes Team vernaschen kann, schnappte sich bereits in der fünften Minute die Kugel halblinks an der Mittellinie, umlief die Jedermänner wie Slalomstangen und lochte diagonal zum frühen 1:0 rechts unten ein.
Die Jedermänner kamen im Anschluss immer wieder gefährlich über die linke Seite. Sie rückten auf, passten jedoch folgenschwer in die Mitte auf Carlos, langer Pass von ihm auf Ralf, der alleine auf den Bodenheimer Keeper zulief und sich auch noch erdreistete, diesen zu tunneln, anstatt die 7,25 Meter des Gehäuses zu nutzen und rechts oder links am Keeper vorbei zu schieben. Die nächste Zeit wird er in seiner Kfz-Werkstatt wohl keine Kundschaft aus den Reihen der Bodenheimer Jungs haben.
Die Enten hatten das Spiel beliebig im Griff, aber sie sind immer wieder freundliche Gäste mit entsprechenden Geschenken. Carlos ließ sich am eigenen Sechzehner ohne Not auf ein Spielchen ein, verlor dieses, und die Gastgeber schoben den Ball mühelos rechts unten zum 2:1 Anschlusstreffer ein. Im Gegenzug stellte dann Sven den alten Abstand wieder her, nachdem er von Ralf an der Sechzehnerlinie quer angespielt wurde und die Kugel zum 3:1 unten rechts im Bodenheimer Kasten unterbrachte. Die Jedermänner kamen im Anschluss stärker auf, hatte gute Kombinationen vor dem Entensechzehner und schlossen eine davon mit sattem und unhaltbaren Hammer zum 3:2 Anschlusstreffer ab.
Dieser Spielstand hatte bis zur 40. Minute Bestand, weil dann Sven erneut einen seiner gefürchteten Sturmläufe startete, den mitgelaufenen Tilo bediente und letzterer aus 15 Metern unhaltbar zum 4:2 abschloss. Mit dem Pausenpfiff war dann auch noch der Ex-Bodenheimer Clemens mit dem 5:2 erfolgreich, als er nach Querpass von Sven am langen Pfosten nur noch den Ball über die Linie zu drücken brauchte.
Die Jedermänner wollten jedoch an diesem lauen Montagabend die Enten rupfen bzw. sich nicht rupfen lassen, entsprechend präsentierten sie sich in Hälfte zwei. Referee Willi Boos hatte kaum das Spiel wieder angepfiffen, als sie auch schon drückten. Flanke von rechts – und der Mittelstürmer versenkte die Kugel per Hackentrick aus fünf Metern unhaltbar zum 5:3 Anschlusstreffer. Die Enten wirkten in der Folge etwas flügellahm, zudem musste der starke Innenverteidiger Michael K. verletzungsbedingt das Feld räumen.
Dies sollte Folgen haben. Die Enten hatten im folgenden Spielabschnitt gar nichts mehr zu bestellen und die wenigen Chancen wurden vergeben. Stattdessen machten die Gastgeber nun das Spiel. Das 5:4 ließ dann auch nicht lange auf sich warten. Später machte Carlos ein weiteres Gastgeschenk, indem er einen Jedermann im Sechzehner ohne Ball legte und der fällige Elfmeter zum 5:5 Ausgleich platziert versenkt wurde. Auch mit zwei Armen wäre der einarmige Enten-Keeper da nicht rangekommen. Der sicher geglaubte Sieg hing nun am seidenen Faden.
Als Ente musste man sich in dieser Phase schon über den einen Punkt freuen, denn die Angriffe der nun sehr starken und spielfreudigen Gastgeber nahmen kein Ende. Mittlerweile hatte sich jedoch die Entenverteidigung mit dem Ausscheiden von Michael K. arrangiert. Rechtsaußen lief Klaus M. in beeindruckender Geschwindigkeit dem Gegner immer wieder die Bälle ab und innen bewies Stephan M. Spielintelligenz. Er war praktisch überall, wo es brannte oder wo es hätte brennen können. Die Enten fanden wieder zu ihrem Spiel und ihrem Sven. Der nahm noch einmal alle Kräfte zusammen, setzte sich vom Mittelkreis über links durch, lief die Torauslinie entlang und schlenzte die Kugel an Freund und Feind vorbei ins rechte untere Toreck zur 6:5 Entenführung.
Dies setzte in der Folge noch einmal Kräfte der Gastgeber frei, die sich offenbar mit dem Unentschieden bereits abgefunden hatten und in Gedanken schon bei Federweißer, Zwiebelkuchen und netten Entengesprächen waren. Der Einarmige durfte wenigstens einmal parieren – und anschließend pfiff der gute Schiri Willi Boos zur dritten Halbzeit.
Hier erwiesen sich die Jedermänner als sehr gute Verlierer und Gastgeber. Der sehr gute und reichlich vorhandene Federweißer sorgte für alles andere als Kopfschmerzen am nächsten Morgen, und der absolut leckere und von Meisterhand zubereitete und frisch aus dem Ofen gekommene Zwiebelkuchen machte über die Sättigungsgrenze hinaus Lust auf mehr. In Punkto Gastfreundlichkeit waren und sind die Jedermänner auf jeden Fall schon immer Punktsieger gewesen. Ein sehr schöner Fußballabend und bedauerlich für alle, die nicht dabei gewesen sind.
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