Integration von Flüchtlingen – kein Problem für den Sport?
(Kommentare: 0)
Diskussionsforum beim Landessportbund Rheinland-Pfalz
Unser Vertreter bei offiziellen Anlässen, die belgische Landente Edgar, war bei dieser Veranstaltung am 19. September 2016 in Koblenz zugegen und berichtet.
Zu diesem Thema veranstalteten der Landessportbund und seine Sportjugend am 19. September 2016 in Koblenz ein Diskussionsforum. Da wir Enten uns einen hervorragenden Ruf im Bereich der Integration von Flüchtlingen erarbeitet haben, wurden auch wir eingeladen, um uns an dieser Diskussion zu beteiligen.
Eingeleitet wurde diese Veranstaltung durch einen Vortrag von Herrn Torsten Jäger, stellv. Geschäftsführer und Referent für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit des Initiativausschusses für Migrationspolitik in Rheinland-Pfalz. Er ging auf aktuelle Herausforderungen im Bereich Flüchtlingspolitik ein. Es sei kurzsichtig und inhuman, sich abschotten zu wollen oder sich auf die Verschärfung des Asylrechtes zu fokussieren. Der Initiativausschuss sieht sich in diesem Zusammenhang als politische Lobby-Organisation für die Interessen der Flüchtlinge.
In der anschließenden Podiumsdiskussion stellten Fatma Polat (Vorsitzende des Arc-En-Ciel Sport und Kulturvereins Mainz), Monika Sauer (Vize-Präsidentin des Landessportbundes Rheinland-Pfalz und Präsidentin des Sportbundes Rheinland) sowie der in der Koblenzer Flüchtlingshilfe aktive Abderrahim Faddane ihre Arbeit vor. Allen Beteiligten ging es darum, darzulegen, wie Brücken zwischen Flüchtlingen und Einheimischen zu bauen sind. Der Sport wurde hier als ein wesentlicher Hebel genannt. Auch ohne große Sprachkenntnisse kann dort Teamwork gelebt werden.
Nun wurden die anwesenden Sportvereine mit einbezogen. Vor allem Ringer- und Fußballvertreter meldeten sich zu Wort. Es ging hauptsächlich um Jungs, aber auch das Thema Mädchensport kam zur Sprache. So war z.B. ein Ringerverein zu Recht stolz darauf, dass bei ihm Mädchen und Jungs gemeinsam und respektvoll miteinander ihren Sport ausüben. Hitzig wurde die Diskussion, als das Thema „Disziplin‟ zur Sprache kam. Einige vertraten die Meinung, dass Pünktlichkeit und Verlässlichkeit Grundvoraussetzungen für die Integration seien. Wer nicht mitziehe, müsse Konsequenzen spüren. Andere Diskussionsteilnehmer waren der Meinung, dass diese Ansicht kontraproduktiv sei und dass Verständnis der Schlüssel zur Integration sei.
Nun war es für unsere Ente Edgar an der Zeit, die Sichtweise des FC Ente Bagdad zu vermitteln. Es gelang ihm elegant, ein paar wichtige Punkte unserer Arbeit und unseres Umgangs mit den jugendlichen Geflüchteten darzulegen. So machte er den anderen Teilnehmern deutlich, dass es bei unserer Flüchtlingsarbeit nicht auf das bestmögliche sportliche Resultat oder auf Zwang ankommt. Wir vermitteln neben der Freude am Spiel vor allem auch unsere gemeinsamen Werte wie gegenseitigen Respekt und Toleranz. Wenn diese Werte überzeugen, bedarf es keines Zwangs zum Engagement.
Obwohl es keine Anwesenheitspflicht im Jugendtraining gibt, berichtete Edgar, erscheinen unsere Jugendlichen (ca. 30 bis 35 Flüchtlinge sowie ca. fünf Einheimische) in der Regel pünktlich und zahlreich zum Training. Auch wenn bei unserer Ligamannschaft in Zusammenarbeit mit unserem Dachverein Vitesse Mayence nicht nur nach Leistung aufgestellt wird, engagieren sich unsere Jugendlichen in der Regel vorbildlich im Training. Hier sind wir besonders stolz auf die Entwicklung einiger Jugendlicher, welche auf den ersten Blick nur wenig Talent zu haben schienen. Statt ausgegrenzt zu werden oder einen festen Platz auf der Bank zu haben, erhalten sie bei uns auch im Ligaspiel ihre Chance. Dies führte dazu, dass zunächst schwächere Spieler ihre Freude am Spiel bewahren konnten und sich zum Teil bemerkenswert sportlich entwickelt haben.
Wenn es bei uns zwischenmenschliche Unstimmigkeiten geben sollte, suchen wir das persönliche Gespräch. Hier werden auch die persönlichen Umstände jedes Einzelnen mit einbezogen. Es gilt herauszufinden, wie es zu diesen Unstimmigkeiten gekommen und wie aus zukünftiger Sicht geeignet zu handeln ist. Diese Vorgehensweise gilt sowohl für unsere Flüchtlinge als auch für unsere Einheimischen. Weder Flüchtlingen noch Einheimischen sollte vermittelt werden, dass eine Gruppe der anderen vorgezogen wird. Wir sind ein Team – und es kommt darauf an, wer du bist, nicht woher du kommst.
Wir fördern auch, wenn Flüchtlinge oder Einheimische sich aus Verbundenheit zum Verein aktiv einbringen wollen. So bilden wir z.B. Erwachsene zu Assistenztrainern im Jugendbereich aus. Wir unterstützen Initiativen, wie beispielsweise die Veranstaltung eines afghanischen Kochabends, finanziell und organisatorisch. Bei der Gestaltung aller unserer Aktivitäten legen wir großen Wert darauf, dass diese gemeinsam von Einheimischen und Flüchtlingen unternommen werden, weil aus unserer Sicht nur auf diese Weise nachhaltige Integration funktionieren kann.
Zum Abschluss dieser Veranstaltung nutzte Edgar die Gelegenheit, sich noch weiter mit Mainzer Vertretern des Landessportbundes Rheinland-Pfalz auszutauschen und nahm auch dankend deren freundliche Einladung an, gemeinsam nach Mainz zurückzukehren.
Schlussendlich war diese Veranstaltung eine tolle Gelegenheit, dazu zu lernen sowie Kontakte zu knüpfen, welche uns bei unserer weiteren Flüchtlingsarbeit sicherlich behilflich sein können.
Kommentare
Einen Kommentar schreiben