Gedenkveranstaltung

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Gedenken und Kranzniederlegungen an zwei Gedenkstätten

(Mainz – eig. Bericht) An diesem Sonntagnachmittag hielten wir im Rahmen der „Mainzer Erinnerungswochen“ kurz inne und gedachten all derer, die durch das faschistische NS-Regime zur Zwangsarbeit gezwungen worden waren.

An zwei Orten auf dem Mombacher Waldfriedhof erinnerten wir an die Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter sowie an den Umgang mit den Opfern des Faschismus in Mainz und legten Kränze nieder.

Anne Waninger vom VVN BdA sprach über den Mainzer Umgang mit dem Gedenken an die Opfer des Faschismus. Sie beleuchtete die Geschichte des VVN Gedenksteins auf dem Mombacher Waldfriedhof.

Als sich am 21. März 1948 mehr als zweihundert Überlebende der Gefängnisse und Konzentrationslager des deutschen Faschismus auf dem Waldfriedhof im Mainzer Stadtteil Mombach versammelten, bestand noch ein breiter antifaschistischer Konsens in der Gesellschaft. Im Visier des Staatsapparats wurde der grundsteinlegende VVN 1955 in Rheinland-Pfalz und einigen anderen Bundesländern verboten. Erst in den 1970er Jahren wurden VVN-Aktivitäten auch in Rheinland-Pfalz nicht weiter verboten und verfolgt. Mehr zur Geschichte des Gedenksteins kann an dieser Stelle nachgelesen werden.

Zum Gedenken an die Opfer der faschistischen Zwangsarbeit in Mainz steht auch das sowjetische Ehrenmal auf dem Waldfriedhof in Mainz-Mombach, etwa fünf Gehminuten vom ersten Gedenkstein entfernt.

Angehörige der SS hatten auf dem Gelände des Mombacher Waldfriedhofes noch am 19. März 1945, wenige Tage vor dem Einmarsch der Amerikaner, 31 sowjetische Zwangsarbeiter erschossen, die nicht mehr arbeitsfähig oder vermutlich für den geplanten Evakuierungsmarsch zu schwach gewesen waren. Nach dem Krieg wurden an der südwestlichsten Ecke des Mombacher Waldfriedhofes, in der sogenannten Russenkuhle, weitere 41 Einzelgräber gefunden.

Hierüber, sowie über die Lage der Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter in Mainz allgemein, berichtete Dr. Hedwig Brüchert in einer Kurzfassung ihres Vortrages vom 24. Januar im Mainzer Haus des Erinnerns.

Die knapp 50 Besucherinnen und Besucher verfolgten die Ausführungen beider Rednerinnen mit großem Interesse und baten auch immer wieder um weiter gehende Erklärungen.

Ein gelungenes Gedenken an einem sonnig kalten Wintertag.

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