FC Ente Bagdad vs Nationalmannschaft wohnungsloser Menschen
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Abschluss der Mainzer Erinnerungswochen 2026
(Mainz – Edgar L.) Zum Abschluss der Mainzer Erinnerungswochen 2026 kam es am 31.01. in der Entenarena zum Aufeinandertreffen gegen die Deutsche Nationalmannschaft wohnungsloser Menschen. In der Entenhistorie war es das erste Spiel gegen eine Nationalmannschaft.
Der Respekt und die Vorfreude war dementsprechend groß, was sich durch die hohe Anzahl an Anmeldungen ausdrückte. So standen 18 Feldspieler, 1 Feldspielerin (Mariana) und Eric als Torhüter zur Verfügung. Dies führte dazu, dass – bis auf Ricardo – alle Feldspieler je eine Halbzeit à 35 Minuten spielten.
Wir Enten rechneten mit schnellen Gegenspielern und legten daher in der 1. Halbzeit den Fokus auf Schnelligkeit in der Abwehr. Diesbezüglich sollte Marian auf rechts und Hewad auf links Durchbrüche der Nationalspieler verhindern und als ausdauerstarke Schienenspieler sich punktuell auch im Angriff einbringen. Matze und Jorge sollten bei Bedarf absichern, wenn die Schienenspieler weit aufrückten. Im Zentrum stand Ballkontrolle im Vordergrund und Leon sollte den Ball vorne abschirmen und bei Gelegenheit für Torgefahr sorgen.
In der 2. Halbzeit wollten wir unsererseits offensiv auf Geschwindigkeit durch Moussa und Habib auf den Flügeln sowie durch Samir im Sturmzentrum setzen. Mario sollte die Räume hinter die Kette finden und wir wollten uns bei Gelegenheit auch nach vorne durchkombinieren.
Wie erwartet verfügte unser Gegner über schnelle Spieler, wobei die Nummer 15 herausragte. Selbst Marian konnte kaum folgen. Diesbezüglich setze die Nationalmannschaft auf lange Bälle auf ihren Stürmer. Im Abwehrverbund verhinderten wir aber in der 1. Hälfte weitestgehend Durchbrüche.
Wir standen tief und boten unserem Gegner wenige Räume. Dieser defensive Ansatz hatte offensiv jedoch den Nachteil, dass in Ballbesitz der Weg bis zum gegnerischen Tor sehr weit war. Es entwickelte sich ein Spiel, in dem wir mehr Ballbesitz hatten, die Nationalspieler jedoch die klareren Chancen.
Es kam auch zu mehreren Ecken vor unserem Tor, da wir den Ball regelmäßig im letzten Moment ins Toraus klärten oder Schüsse abblockten. Einmal bekamen wir jedoch kein Bein dazwischen und kassierten das 0:1 durch die Nummer 15. Offensiv ergaben sich in der 1. Halbzeit wenige Chancen für uns, aber wir hielten den Ball klug in unseren Reihen.
Mit dem knappen Rückstand zur Pause waren wir optimistisch, dass unsere Taktik aufging und wir mit der verstärkten Offensive das Spiel in der 2. Halbzeit noch drehen konnten.
Das Spielgeschehen verlagerte sich auch mehr und mehr in die Hälfte des Deutschlandteams, wobei diese bei Kontern stets gefährlich blieben. Bei einem Pfostentreffer durch Habib hatten wir Pech. Als wir dann durch einen verunglückten Rückpass das 0:2 kassierten, standen wir mit dem Rücken zur Wand und gingen mehr Risiko.
Das zahlte sich aus. So vollendete Habib eine schöne Kombination auf rechts zum 1:2 Anschlusstreffer. Als wenige Minuten später der Ausgleich auf links durch Moussa fiel, wollten wir das Spiel komplett drehen. Es entwickelte sich in den letzten Minuten ein offener Schlagabtausch, bei dem beide Teams das Spiel für sich hätten entscheiden können. Samir schoss aus spitzem Winkel knapp am Tor vorbei und verpasste bei einer Ecke auch per Kopf die Gelegenheit zur Führung. Wir Enten hatten aber auch Glück, als unsere Gäste bei einem Konter in der Schlussminute ihre Überzahl nicht zum Siegtreffer nutzen konnten. So blieb es beim leistungsgerechten 2:2 Gleichstand, mit dem alle gut leben konnten.
Beim anschließenden Essen mit unseren Gästen im griechischen Restaurant wurde sich gesellig – zusammen mit den souveränen Schiedsrichtern – ausgetauscht. Wir Enten drücken dem Team der wohnungslosen Menschen für die anstehende WM in Mexiko und auch darüber hinaus die Daumen und freuen uns über die neu entstandenen Kontakte.
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