FC Damaskus – Ente Bagdad 7:9

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19 Erinnerungen an ein Fußballspiel in Damaskus

Shake Hands der beiden Spielführer vor dem Anstoß

1. Das Stadion

Gelegen im Südwesten der Damaszener Innenstadt, bietet die Erstliga-Arena rund 25.000 bis 30.000 Zuschauern Platz. Der 1a-Rasenplatz präsentierte ein saftiges Grün mit kleinen Unebenheiten, die die Entenspieler jedoch nicht ins Stolpern brachten. Über allem thronten die beiden jeweils rund vier mal vier Meter großen Porträts von Hafiz al-Asad und seinem Sohn Bashar al-Asad.

2. Das Wetter

Kräftiger Wind fegte durch das weite Rund; die Temperaturen lagen etwas unterhalb von 20 Grad, und ein strahlend blauer Himmel ließ eigentlich nur einen Gedanken an diesem Tag und an diesem Ort zu: Fußball spielen!!!

3. Der Einlauf

Nachdem die Entenstars mit dem Bus direkt vor die Kabinentür gebracht wurden, führte der Weg im weiß-blauen Dress durch den Spielertunnel ins Stadioninnere. Dort erwarteten bereits zahlreiche Zuschauer die beiden Mannschaften, die sich mit lockerem Joggen auf das Spiel vorbereiteten.

4. Der Gegner

Im auffällig orangen Dress gekleidet präsentierte sich die Mannschaft von Damaskus mit der Crème de la Crème der Damaszener Künstler- und Journalistenszene, verstärkt durch einen aktuellen sowie einen ehemaligen syrischen Nationalspieler (Mannschaftskapitän) und fünf weibliche Nationalspielerinnen im Indoor-Soccer.

5. Das Ententeam

Auch das Ententeam erhielt Verstärkung: Imads Bruder Bessam hütete das Ententor in großartiger Manier - kein Wunder, war er doch in seiner Jugend ebenfalls Nationalspieler Syriens. In der Entenabwehr stand neben dem bewährten Mainzer Trio Ronald, Tobias und Steffen erstmals die ostfriesische Gastente Tjado Osten. Im defensiven und offensiven Mittelfeld wirbelten Christian, Jens, Michael, Kalli, Imad, Daniel Meuren (zur Ente konvertierter Vitesse-Mayence-Spieler) sowie in der zweiten Halbzeit ein syrischer Gastspieler aus Bochum. Im Sturm trug mit Birgit Ostermann (Kickerin in der Mainzer Unimannschaft) erstmals eine weibliche Ente das Ententrikot.

6. Die Begrüßung

Wie bei internationalen Spielen üblich selbstverständlich mit Wimpeltausch sowie einigen Gastgeschenken: Die Enten erhielten von ihrem syrischen Gegner die offizielle Anstecknadel des syrischen Fußballverbandes. Den Damaszener Kickern hatten die Mainzer nicht nur das Aufsteiger-T-Shirt von Mainz 05 und einen neuen Spielball mitgebracht, sondern auch eine Turban-Ente.

7. Die Taktik

Laut Coach Ronald mit „Klopp-Tannenbaum“-System: 4-3-2-1. Löste sich irgendwie ziemlich schnell auf, so dass die Ente immer häufiger in ihr klassisches 5-0-5-System zurückkehrte – schadete dem Erfolgsfußball des Ententeams aber überhaupt nicht.

8. Ein Hattrick zum Auftakt

Das Ententeam legte einen furiosen Start hin: Der Ball lief zügig durch die eigenen Reihen, und im Angriff verwertete Daniel gleich drei Mal innerhalb der ersten 15 Minuten die präzisen Vorlagen und Abpraller. So stand es schnell 3:0 für die Ente, und der Gegner schien reichlich überfordert – schien …

9. Erste Anzeichen von Übermut

Angesichts des klaren Vorsprunges wagten nun auch die Abwehrenten den ein oder anderen Vorstoß. Nach etwa 20 Minuten war es dann soweit. Ronald startete eines seiner (von seinen Mitspielern, nicht vom Gegner) gefürchteten Dribblings, verlor jedoch hinter der Mittellinie den Ball, so dass der Gegner mit zwei Zügen die Entenabwehr aushebeln konnte und zum 1:3 verkürzte.

10. Tore im Fünf-Minuten-Takt

Kurz danach stellte Christian mit einem Schuss vom Torraum ins kurze Ecke den alten Abstand wieder her. Doch bis zum Halbzeitpfiff - nach ca. 50 Minuten - trafen nur noch die Damaszener Fußballer, die sich mittlerweile besser auf die Ente eingestellt hatten. So ging es mit einem 4:4 zum Pausentee.

11. Die Zuschauer

Knapp 100 Besucher säumten mittlerweile das weite Rund des Stadions, darunter viele Enten-Anhänger. Besonders lautstark waren die Fangesänge von Petra, Andrea, Izabella, Klaus, Jörg Mander (ebenfalls eine Gastente aus dem hohen Norden) sowie den beiden begeisterten Reisebegleitern (der Busfahrer und der Reiseleiter) zu hören.

12. Die zweite Halbzeit

Nach einer kurzen Erholungspause liefen die beiden Mannschaften mit neuen Kräften und kleineren Umstellungen wieder auf. Der Schiedsrichter der ersten Halbzeit – Syriens Antwort auf Horst Tappert (Derrick), der einigen Enten später noch einmal im Hammam (traditionelles Badehaus) im TV begegnen sollte - hütete nun das Tor der Elf aus Damaskus. Und das Toreschießen ging munter weiter …

13. Wieder ein guter Auftakt

Die Enten legten zunächst wieder los wie die Feuerwehr. Exakte Pässe aus dem Mittelfeld ermöglichten dem Entensturm immer wieder gute Einschussmöglichkeiten. Und so war es nur eine Frage der Zeit, bis das Team mit 5:4 in Führung ging; Torschütze: Daniel. 

14. Das syrische Nationalduo

Die Antwort der Heimmannschaft ließ allerdings nicht lange auf sich warten: Mit langen Pässen aus dem eigenen Strafraum überwanden die beiden syrischen Nationalspieler immer wieder die Entenabwehr; und so fiel postwendend der Ausgleich.

15. Der entscheidende Doppelpack

Dieses Spielchen wiederholte sich bis zum 7:7; die beiden Ententore erzielte wer? Richtig vermutet – Daniel. Zum Ende des Spiels drehten die Enten dann noch einmal so richtig auf und spielten ihre konditionelle Überlegenheit aus. Zunächst erzielte Imad vor heimischer Kulisse den Führungstreffer zum 8:7, dann war es erneut „das tapfere Daniellein“ mit seinem insgesamt siebten Treffer, der zum 9:7-Endstand einlochte.

16. Das Auslaufen

Professionelles Auftreten der Entenspieler. Nach dem Dank an die Zuschauer für die hervorragende Unterstützung trabten die Enten in Socken noch ein paar Runden über das Damaszener Grün. Wirklich professionell – wird aber wohl einmalig bleiben.

17. Tee und Kuchen

Der Tag klang aus im Vereinskeller der syrischen Kicker, die mit kleinen Kuchenstückchen und leckerem Tee einmal mehr ihre Gastfreundschaft unterstrichen und dem Spieltag ein gelungenes Ende gaben.

18. Die Nummer 19

Syrische Ballfertigkeit mit optisch sehr ansprechenden Bewegungsabläufen.

19. Die Vorfreude

Nun liegt es an den Enten, sich ebenfalls als guter Gastgeber präsentieren zu können – die Elf aus der syrischen Hauptstadt wartet auf die Einladung zum Rückspiel in Rheinhessen; vielleicht ja im Bruchweg?

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