FC Aleppo – Ente Bagdad 3:3

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Erst die Nachspielzeit verhindert erneuten Enten-Sieg in Syrien

Übergabe von Ente und Wimpel an den Gegner vor dem Spiel

Auch im zweiten Spiel des FC Ente Bagdad im Nahen Osten präsentierten sich die Mainzer Kicker von ihrer besten Seite. Spielort war dieses Mal die nordsyrische Stadt Aleppo, die älteste Stadt der Welt. Im Stadion des örtlichen Zweitligisten boten die Enten auf einem sehr gut bespielbaren Kunstrasenplatz eine starke Leistung und trennten sich am Ende vom gegnerischen Künstler- und Journalistenteam aus Aleppo mit 3:3.

In der rund 20.000 Zuschauer fassenden Arena, etwas einfacher ausgestattet als das Stadion in Damaskus, erwarteten bereits zahlreiche Zuschauer bei strahlend blauem Himmel und frühsommerlichen Temperaturen die beiden Mannschaften. Auch in Aleppo traf die Ente, verstärkt durch einen syrischen Filmstar im Tor (Faek Erksoss) sowie zwei weiteren Topleuten Syriens im Mittelfeld, auf einen spielstarken Gegner. Das Aleppo-Team, ergänzt durch Nationalspieler wie Ahmed Jaban, spielte dabei hervorragenden Alt-Herren-Fußball: Keine unnötigen Wege, ideenreiches und präzises Passspiel sowie gute Ballbeherrschung. Und wenn es mal schnell gehen sollte, dann schaltete sich der Libero, ein weiterer junger syrischer Nationalspieler (Ahmed Najan, 25 Jahre), in die Angriffe mit ein.

Die Enten brauchten einige Zeit, um sich auf die Spielweise der Aleppiner einzustellen. Und so erlebten die über 200 Zuschauer, darunter überraschenderweise auch zahlreiche Armee- und Polizeiangehörige, in den ersten 20 Minuten ein zerfahrenes Spiel ohne große Torchancen. Für die erste Aufregung sorgte der syrische Tormann der Enten, der sich beim Herauslaufen einen Muskelfaserriss im Oberschenkel zuzog und nicht weiter spielen konnte. Glücklicherweise fand sich unter den zahlreichen syrischen Zuschauern schnell Ersatz: ein junger Aleppiner, der im weiteren Verlauf des Spieles mit zahlreichen Glanzparaden das ein oder andere Gegentor verhindern konnte.

Auch die Entenabwehr fand ihre gewohnte Sicherheit zurück und konnte mit großem Einsatz einige Einschussmöglichkeiten abblocken. So fiel das erste Tor des Spiels dann auch auf der Gegenseite. Nach 30 Minuten führte ein exaktes Zusammenspiel der beiden syrischen Enten im Bagdad-Team zur 1:0 Pausenführung. Mehr Tore waren der Ente wegen der an diesem Tage zunächst etwas mangelhaften Chancenverwertung nicht gegönnt.

Das Schiedsrichter-Gespann bat zur zweiten Halbzeit, und in der Folge sollte sich ein rasantes Spiel mit zahlreichen Strafraumszenen entwickeln. Beide Teams wurden zunehmend ballsicherer und erspielten sich Torchance um Torchance. Zunächst war jedoch die Ente erfolgreich. Ein langer Ball aus dem Mittelfeld über die gegnerische Abwehr hinweg fand einen dankbaren Abnehmer im Entensturm, der den Torwart umkurvte und in der 60. Minute zum 2:0 einschob. Der Torschütze war erneut eine der beiden syrischen Gastenten. Die Aleppiner steckten jedoch nicht auf: Sie legten einen höheren Gang ein und kamen schließlich mit einem Doppelschlag in der 70. und 75. Minute zum nicht unverdienten Ausgleich.

Das war für die Enten wie ein Weckruf zur rechten Zeit. Angriff auf Angriff rollte nun auf das gegnerische Tor zu, und knapp fünf Minuten vor Spielende erzielte Daniel nach einem langen Pass von Christian mit einem sehenswerten Heber über den Aleppiner Torwart die erneute Entenführung. Dann jedoch wollten die Enten zu viel, gaben ihr erfolgreiches „Tannenbaum-System“ auf und bestürmten mit fünf Mann weiter das gegnerische Tor. Die Quittung dafür gab es in der Nachspielzeit: Als alle schon den Schlusspfiff erwarteten, überlistete der syrische Nationalspieler Ahmed Najan den Ententorwart doch noch zum 3:3 Endstand.

Im Anschluss wurden die Enten (Ronald, Tobias, Steffen, Tjado, Christian, Kalli, Michael, Daniel, Imad, Birgit sowie drei Syrer) dennoch von ihren Fans, die zeitweise sogar mit Megaphonen für Stimmung sorgten, gefeiert: schließlich blieb man doch auch im zweiten Spiel der Orientreise ungeschlagen.

Der Spieltag klang wie in Damaskus mit einem Besuch im Vereinsheim der Gastgeber aus. Dort gab es wieder Tee und Kuchen, und im Rausche der Begeisterung bot Entencoach Ronald bei seiner Rede dem Vereinspräsidenten nicht nur die Städtepartnerschaft mit Mainz an, sondern ernannte sich selbst zum Enten-Präsidenten. Ein Amt, das er wirklich verdient hätte.

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