Enten essen Enten

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Die traditionelle kannibalistische Veranstaltung stieg auch 2021

(Mainz – eig. Bericht) Lautstarkes Geschnatter erklang im Gasthaus „Goldene Ente“ im Mainzer Stadtteil Laubenheim. Gut vierzig Enten aller Generationen hatten sich zum mittlerweile traditionellen spätherbstlichen Entenessen daselbst eingefunden.

Es war fast mit Händen greifbar, wie sehr sich die Beteiligten freuten, einander „ENT-lich“ wieder in 3D treffen, miteinander reden, sich begrüßen, umarmen und auf die Schultern klopfen zu können. Diese positiven Vibrationen sollten den gesamten Abend bestimmen.

Der selbsternannte Entencoach auf Lebenszeit ließ es sich selbstredend nicht nehmen, die Anwesenden herzlich zu begrüßen und bei dieser Gelegenheit auch auf die heimliche Hochzeit unseres Gründungsmitgliedes Werner und seiner Partnerin Martha hinzuweisen, die wenige Tage zuvor in kleinem Kreise gefeiert worden war. Nach immerhin 26 Jahren hatten sie sich nun doch noch getraut.

Ronald bedankte sich anschließend für die Unterstützung durch seine Familie und durch alle Enten im Rahmen des sportlichen und gesellschaftlichen Engagements des FC Ente Bagdad. Für dieses war er – stellvertretend für unseren „Mini-Furz-Hobby-Fußballclub“, wie er betonte – am 27. Oktober mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande ausgezeichnet worden. Weil sie selbiges nicht alle Tage zu sehen bekommen, betrachteten alle Enten das Kreuz anerkennend, einige trauten sich sogar, es vorsichtig mit dem Finger zu berühren. Wären wir keine Enten, dann könnte man hier von einem „Gänsehautmoment“ sprechen.

Mit einem Glas lokalen Winzersekts stießen wir miteinander und aufeinander an. Auf einem Extra-Toast auf Ronalds Gattin Rita, ohne die im Hause Uhlich und bei den Enten gar nichts läuft, bestand Le Maître, bevor Uli die Adventskalender des Mainzer Lions Clubs anpries und verteilte. Auch in diesem Jahr werden mit deren Erlös wieder zahlreiche soziale Projekte in Mainz gefördert. Die Enten helfen seit Jahren durch den Kauf zahlreicher Exemplare.

Nachdem Rita die Liste der Anwesenden letztmalig geprüft sowie Anmeldung, Bezahlung und Impfstatus für gut befunden hatte, konnte der kulinarische Teil beginnen. Das Personal der „Goldenen Ente“ hatte alle Hände voll zu tun, Getränke und Speisen zu servieren. Ein bemerkenswertes Detail am Rande: Üblicherweise spricht man ja von „gefräßiger Stille“, nachdem das Essen auf dem Tisch steht. Bei den Enten ist das Gegenteil der Fall, denn ganz multitaskingfähig schafften sie es, gleichzeitig zu essen und den Lautstärkepegel der Unterhaltungen anschwellen zu lassen. Chapeau!

Für einige der „Ori-Enten“, wie wir unsere Mitglieder aus dem Vorderen Orient liebevoll bezeichnen, war dieses Entenessen eine Premiere; entsprechend vorsichtig gingen sie die Sache an. Als „Seeehr deutsch!“ wurden die gebratenen Enten mit Sauce, Rotkohl und Kartoffelknödel bezeichnet, allerdings auch mit „Seeehr lecker!“. Und „Seeehr satt!“ waren am Ende alle, was die eine oder andere Ente aber nicht von einem Dessert abhielt; schließlich war ja Sonntag – und ab Montag wird wieder auf die Linie, so vorhanden, geachtet.

Im musikalischen Teil, der natürlich bei keiner unserer Veranstaltungen fehlen darf (Live-Musik ist immer gesetzt), wurde es erst leiser, wenn auch nur kurz, und dann wieder laut, weil alle Anwesenden eifrig mitklatschten. Der Enten-Troubadour Tilo und unser bolivianischer Minnesänger Victor gaben sich sowohl die Gitarre in die Hand als auch jeweils ein Ständchen zum Besten. Spätestens da wussten alle Gäste: Hier feiern die Enten, so muss es sein!

You’ll never party alone!

Der schließlich noch lange Abend klang dann irgendwann kurz vor Mitternacht in der eingangs geschilderten freudigen und freundschaftlichen Stimmung bei ernsten, lustigen oder einfach nur schönen Unterhaltungen aus.

Wie immer waren Familie Uhlich und Le Maître die Letzten. Und weil zum Schluss dann doch noch nicht alles gesagt worden war, musste Kim laut hupend ihren Vater darauf hinweisen, dass sie und ihre Mutter jetzt doch nach Hause fahren wollten und er gefälligst sein Planungsgespräch für die nächsten Wochen mit dem Maître auf einen anderen Zeitpunkt verlegen sollte.

Was wären die Erpel wohl ohne ihre Ent*innen?!

Diesen Event hat das Team von Soccer Pro-Duck-Tion bereits in bewegten Bildern zusammengefasst.

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Kommentar von Eberhard S. |

Liebe Enten,
was sind das für schöne Geschichten, was für schöne Menschen und was für ein genussvolles grandioses Fest. Es ist Glück, dass es Euch gibt.
Herzlichst und Shalom,
Eberhard

Kommentar von Willi Zwo |

Monster-Event der Enten. Großartig!

Kommentar von Alex G. |

#entedesjahres

Kommentar von Aya S. |

Wieder ein sehr schön geschriebener Beitrag von dir! Lese gerne deine Beiträge! Die sind so kurzweilig und man muss oft schmunzeln!