Ente Bagdad ./. Makkabi Frankfurt 4:10

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Erinnerungsspieltag in der Entenarena

(Mainz – Edgar L.) Am 27.01.2024, genau 79 Jahre nach der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz-Birkenau, haben wir Enten gegen Makkabi Frankfurt ein gemeinsames Zeichen für Erinnerung und Vielfalt gesetzt. Die Gegenwart – in der nationalistisches Gedankengut leider wieder gesellschaftsfähiger geworden ist – zeigt, dass das Einstehen für das „Nie Wieder“ auch fast 80 Jahre nach der Befreiung von Auschwitz eine Aufgabe ohne Verfallsdatum ist und stets gelebt werden sollte. Vielfalt, Demokratie, Meinungsfreiheit und Menschenrechte sind nicht selbstverständlich, und es gilt diese Werte aktiv zu verteidigen.

Zu Spielbeginn haben zahlreiche Enten als Zeichen gegen aufkommenden Antisemitismus Kippa getragen und mit Makkabi Frankfurt eine Schweigeminute für die unschuldigen Opfer in Israel und in Gaza abgehalten.

Sportlich waren wir vor allem offensiv mit Samir, Natan und Aziz stark aufgestellt. Trotzdem waren wir Außenseiter, da unser Gegner ein eingespieltes Hessen-Ligateam aus der Kreisliga B war. Dieser Vorteil zeigte sich von Anfang an auf dem Platz.

Während Makkabi als Team klug verschob und presste, agierten wir als Team weniger abgestimmt.  So ging Makkabi auch nach gut zehn Minuten in Führung, als wir uns bei einer Ecke gegenseitig behinderten. Auf ähnliche Weise wäre dann auch beinahe das 0:2 gefallen, wenn Makkabi nicht fair eingestanden hätte, dass der Torhüter im Fünfmeterraum leicht behindert  worden war.

Mit unserem ersten gefährlichen Angriff schafften wir postwendend den überraschenden 1:1-Ausgleich durch Samir. Er wurde gekonnt von Natan eingesetzt, nutzte seinen Geschwindigkeitsvorteil und netzte platziert unten rechts ein. Im Anschluss gestalteten wir das Spiel ausgeglichener. Leider brachten wir uns durch eigene Abstimmungsfehler immer wieder in Schwierigkeiten. So erzielten wir das 1:2 für Makkabi durch eine verunglückte Rückgabe selbst. Makkabi zeigte aber auch seine eigene Klasse und markierte bis zur Pause drei weitere Treffer. Aber auch Samir, der einen Sahnetag erwischt hatte, netzte noch vor der Pause zum 2:5 ein.

Für die zweite Halbzeit hatten wir uns viel vorgenommen. Aber innerhalb von 15 Minuten kassierten wir drei weitere Treffer aus dem Pressing von Makkabi heraus.
Bei einer 8:2 Führung ließ es Makkabi nun ruhiger angehen und tauschte seine stärksten Spieler aus. Wir nutzen nun die größeren Freiräume und erspielten uns mehrere Großchancen. Samir nutzte zwei seiner drei Großchancen, während Natan seine beiden leider vergab. Makkabi markierte ebenfalls noch zwei Treffer, sodass das Spiel 4:10 endete.

Positiv lässt sich anmerken, dass wir Enten unsere Flügel nie haben hängen lassen und einander – trotz individueller Aussetzer – ermutigt haben. Es ist einerseits schwer zu ertragen, dass wir mindestens fünf der zehn Gegentore entweder selbst erzielten oder direkt eingeleitet hatten. Andererseits macht uns Mut, dass wir in weiten Teilen des Spieles mit einer B-Ligamannschaft mithalten konnten.

Im Anschluss an das Spiel wurde in der Kabine viel darüber diskutiert, wie wir als Einzelspieler oder als Team zukünftig abgestimmter auf gegnerisches Pressing reagieren können.

Danach ging es aber zum regen Austausch mit unseren Freunden von Makkabi. An diesem besonderen Tag spielte letztlich das Fußballergebnis keine bedeutende Rolle. Das gelebte „Gemeinsam für Erinnerung und Vielfalt“ war Sieger der Partie.

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