Ente Bagdad ./. Lerchenberg Tornados 7:3
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Oh what a day!
Selten kommt es vor, aber es passiert: Gleich zwei reaktionelle Beiträge gibt's zu diesem Spiel. Zunächst der von Dirk W.
Enten besiegen Lerchenberg Tornados nach deutlicher Leistungssteigerung in der zweiten Halbzeit verdient mit 7:3!
Am Samstag, dem 21.03.2015, trafen die Enten erneut auf die Lerchenberg Tornados. Die ersten Ungereimtheiten auf Seiten der Enten traten leider schon auf, bevor das Spiel überhaupt angepfiffen wurde. Leider konnte keiner der regulären Torhüter sich für das Spiel finden, sodass dem Entencoach nichts anderes übrig blieb, als einen Aufruf zu starten. Erst am Tag vor der Begegnung erklärte sich Stephan M. bereit, das Schwimmvogel-Tor zu hüten – und er tat es so gut, dass man meinte, er stünde schon jahrelang zwischen den Pfosten.
Das Spiel begann verhalten. Es gab eine längere Zeit des Abtastens. Man merkte, dass die Enten in dieser Formation noch nicht zusammengespielt hatten und ihnen dadurch etwas das Selbstvertrauen fehlte. Mit Edgar und Heiko spielte ein noch nie da gewesenes Innenverteidigerduo.
Wie aus dem nichts fiel dann das 0:1 für die Tornados. Von nun an hielten die Enten mit allem, was sie hatten, dagegen und konnten kurz danach durch Samir zum 1:1 ausgleichen. Danach gab es für beide Mannschaften Chancen, wieder in Führung zu gehen. Als die Enten meinten, dass sie das Spiel in den Griff bekommen hätten, gab es ein Missverständnis in der Verteidigung, und so musste man den zweiten Gegentreffer hinnehmen.
Trotz alledem kämpften sich die Enten zurück, und kurz vor dem Halbzeitpfiff gelang wiederum Samir der erneute Ausgleich. Mit einem gerechten 2:2 ging man in die Kabine. Dort schwor der Entencoach die Mannschaft nochmal ein. Vor allem nach vorne müsse man zwingender werden.
Mit den Einwechslungen von Werner und Matthias W. entschied man sich zu mehr Risiko. Diese Maßnahme wurde direkt nach der Halbzeit auch prompt belohnt, als Samir mit einem Doppelschlag auf 4:2 erhöhen konnte. Daran hatte der Gegner erstmal zu knabbern und kam kaum noch zu Gelegenheiten. Dies lag auch daran, dass Heiko die Defensive perfekt abstimmte und zwischen der 50. und 70. Minute gefühlt kein Zweikampf vor dem Tor verloren wurde.
Als das fünfte Tor für die Enten durch den eingewechselten Matthias W. fiel, dachte man schon, das Spiel sei gelaufen. Doch man wurde ein bisschen nachlässig in der Verteidigung und so kamen die Tornados doch noch zu der einen oder anderen Gelegenheit. Es fiel unnötigerweise das dritte Gegentor. Erst als Tilo einen mustergültigen Eckball bilderbuchmäßig einnickte war das Spiel gelaufen. Beshou besorgte kurz vor dem Ende des Spiels nach einem sehr schönen Solo noch den 7:3 Endstand.
Wir bedanken uns auch herzlich beim begeistertem Publikum Gunter, Ali und Claus.
Zu erwähnen ist auch noch, dass die Gäste vom Lerchenberg ohne Auswechselspieler und ohne Torwart – die Feldspieler wechselten sich gegenseitig im Tor ab – gegen uns antraten und deswegen auch ein Sonderlob verdient haben.
Für die Enten spielten: Stephan M., Dirk W., Edgar, Heiko, Matze, Thilo, Carlos, Mohamed, Mustapha, Samir, Matthias W., Beshou, Werner, Ayman
Torschützen: 4x Samir, 1x Matthias W., 1x Thilo, 1x Beshou
Es folgt ein Auszug aus dem privaten Tagebuch des Entencoaches
Oh What A Day
„Sitzt perfekt, genau Ihre Größe, kleiner darf’s nicht sein.” Der freundliche Fachverkäufer lächelt und blinzelt mich aufmunternd an. Nein, ich befinde mich nicht beim Herrenausstatter „Axels Club” in der Residenzpassage, um mir einen neuen Boss-Anzug zu kaufen. Nein, ich stehe im Sportgeschäft Bonewitz in Gonsenheim, kaufe ein paar neue Torwandhandschuhe und schaue unruhig auf die Uhr. Die Zeit drängt, es ist 15 Uhr, in einer Viertelstunde treffen wir uns zum Spiel gegen die Lerchenberg Tornados in Mombach. Muss mich beeilen, der Enten-Coach hat schließlich Vorbildcharakter.
„Und Sie meinen, das sind wirklich die richtigen?” „Klar”, entgegnet der Verkäufer, „die sind perfekt und haben sogar Finger Protection, schützt vor Fingerbrüchen”. Ok, ich finde zwar, ich sehe aus wie Mordillo mit überdimensionierten, ungelenkigen Handschuhen, aber wenn es die neueste Hightechausstattung ist und man die Dinger heute so trägt, dann nehm’ ich sie halt. Will später nicht vom neuen Torwart Stephan M. hören, dass es am Material gelegen hat. Also ab zur Kasse, schnell noch das Zauberwort „Ente Bagdad” gemurmelt, 20% Rabatt bekommen, vor’m Zahlen darauf hingewiesen, dass ich die Handschuhe wieder zurückbringe, falls wir heute verlieren, und nichts wie weg.
Mit quietschenden Reifen pünktlich um 15:15 Uhr das Ziel erreicht. Bier-, Wasserkästen, Trikotkoffer aus dem Auto gehieft. Alles ist gerichtet, fehlen nur noch die Spieler. Nach einer gefühlten Ewigkeit kommen sie endlich. Völlig tiefenentspannt trotten Enten und Gegner Richtung Kabine. Es bleibt nur noch wenig Zeit zum Unterschreiben der mitgebrachten Glückwunsch- und Genesungskarten. Zügig wird der ausgetüftelte Matchplan erklärt. Nach dem Überraschungscoup gegen die Vitesser spielen wir wieder das erfolgreiche 4:2:3:1 System.
Dann um 16 Uhr Anpfiff durch Schiedsrichter Wurzel. Er trägt seit neuestem wild gelocktes Haar und erinnert irgendwie an Rübezahl. Sei’s drum. Die Enten fangen munter an, verballern die erste Großchance und liegen bereits nach acht Minuten 1:0 im Rückstand. Es liegt nicht an den Handschuhen, sondern an den starken Tornados, die sich kurz vor dem Spiel auf dem Transfermarkt noch mit drei tornadoschnellen Mombacher A-Jugendspielern verstärkt haben, sowie an dem in dieser Phase vogelwilden Spiel der Enten.
Heftig gestikulierend versucht der Enten-Coach an der Außenlinie mehr Struktur sowie Ruhe ins Spiel zu bringen. Samirs Ausgleich in der 15. Minute lässt Hoffnung aufkeimen. Die Enten bestürmen weiter den Tornado-Kasten, finden aber den Weg ins Glück nicht. Die flinken Lerchenberger verstehen es besser, zeigen wie man aus zwei Chancen zwei Tore macht und gehen mit 2:1 in Führung.
An der Außenlinie macht sich bei einigen Auswechselspielern Ratlosigkeit bemerkbar. Eine sehr, sehr erfahrene Ente vergleicht die Begegnung bereits mit dem Champions League-Spiel Dortmund gegen Juve, bei dem die Dortmunder sang und klanglos untergegangen waren. Es fehlt nicht mehr viel und die ersten „Trainer raus”-Rufe werden laut. Jetzt ist der Coach gefordert. Nicht nur am Spielfeldrand, sondern auch auf dem Platz muss an den richtigen Stellschrauben gedreht werden. Die erneute Feinjustierung trägt Früchte, das Entenspiel nimmt Fahrt auf. Samir schießt die Enten mit 2 wunderbaren Toren zur 3:2 Pausenführung.
Wiederanpfiff zur 2. Halbzeit. Die Enten-Maschine läuft jetzt wie geschmiert. Torwart Stephan M. steht sicher auf der Linie, strahlt Ruhe aus. Die Abwehrrecken, egal ob Dirk W., Edgar oder Matze, decken nicht nur die rechte und linke Seite gekonnt ab, sondern bringen auch Impulse nach vorne. Auch unsere Innenverteidiger Victor und Heiko lassen nun nichts mehr anbrennen. Die Sechser Carlos und Tilo spielen groß auf, zermürben das Spiel des Gegners und schalten sich immer wieder offensiv mit ein.
Einen ganz besonderen Tag hat Sahara-Stürmer Mustapha, der auf der linken Seite eine Traumflanke nach der anderen in den gegnerischen Strafraum flankt. Ebenso kann Werner durch gekonntes Kurzpassspiel sowie 30-Meter-„No Look”-Pässe überzeugen. Die schnellen Samir, Ayman, Beshou und Matthias W. spielen nun die Lerchenberger Jungs schwindelig. Die Tornados verkümmern zu einem lauen Lüftchen. Ok, wir fangen auch noch ein Tor, aber zu diesem Zeitpunkt ist der Drops schon lange gelutscht. Samir, Matthias, Beshou sowie Tilo per Kopf machen mit vier Treffern den Deckel zu.
Rübezahl pfeift ab und ein glücklicher Enten-Coach herzt seine Spieler. 7:3 – ein wahrhaft großartiger Sieg. Die Stimmung ist bestens, egal ob aus Afghanistan, Syrien, Ägypten, Algerien, Bolivien, Belgien oder Deutschland. Wir alle sind zufrieden und stoßen gemeinsam auf den Sieg an. Da schmeckt die seit Aschermittwoch vom Enten-Coach favorisierte Fortuna Quelle wie Champagner. Ein klarer Beweis, dass die euphorisierende Wirkung von Alkohol völlig überschätzt wird.
Lange Zeit zum Feiern bleibt dem Enten-Coach allerdings nicht, ist er doch bereits am Abend zusammen mit Rita zur Enten-Nachwuchssichtung bei Christian H. und Marina eingeladen.
Oh Happy Day
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