Ein Zeichen für Menschenrechte und für ein weltoffenes Mainz

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Veranstaltung unter dem Motto „Menschenrechte kennen keine Grenzen”

Ankündigung der Veranstaltung

Nach zahlreichen E-Mails, Treffen und Telefonkonferenzen war es endlich soweit: Das durch Ente Bagdad und Vorwärts Orient organisierte Benefizspiel für unsere jeweilige integrative Jugendarbeit konnte stattfinden.

Als Termin hatten wir uns bewusst für den 10. Dezember, den Tag der Menschenrechte, entschieden. Wir gedachten mit dieser Veranstaltung und dem in diesem Rahmen stattfindenden Benefizspiel dem Zeichen für Freiheit, Gerechtigkeit und Frieden in der Welt, welches die UN-Vertreter am 10. Dezember 1948 gesetzt haben, als sie noch unter dem Eindruck der Gräuel aus dem Zweiten Weltkrieg die „Allgemeine Erklärung der Menschenrechte” verkündeten.

Dass deren Einhaltung seitdem jedoch leider nicht selbstverständlich ist, zeigen zahlreiche Krisenherde auf der Welt, wie Syrien oder Afghanistan. Die dort begangenen Menschenrechtsverletzungen tragen wesentlich zu den aktuellen Flüchtlingsbewegungen bei.

Der plötzliche und massive Zuzug von Menschen aus bislang fremden Kultur- und Sprachkreisen hat viele Menschen in der westlichen Welt verunsichert. Populistische, rechtsgerichtete Gruppierungen oder Parteien versuchen, aus dieser Unsicherheit Kapital zu schlagen und durch fremdenfeindliche Parolen Menschen gegeneinander aufzuhetzen. Die potentiell verheerenden Folgen einer Ausgrenzung von Menschen aufgrund ihrer Herkunft sind zwar historisch belegt, sind jedoch – über 70 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkrieges – längst nicht mehr allen bewusst.

In diesem Zusammenhang bedarf es vieler Zeichen für die Menschenrechte und für Weltoffenheit. Wir sind stolz darauf, dass wir ein solches setzen konnten, und dass Persönlichkeiten aus Sport, Politik, Kultur, Religion und Medien mit dabei waren. Einige dieser Promis haben dafür sogar ihre Fußballschuhe geschnürt, um gemeinsam mit Flüchtlingen von Vorwärts Orient gegen uns Enten zu kicken. So spielten Menschen unabhängig von ihrer Herkunft gemäß dem Motto „Menschenrechte kennen keine Grenzen” geMAINZam bei uns Fußball.

Sowohl die Hauptorganisatoren Enten-Uli und Vorwärts Orient-Behrouz als auch Oberbürgermeister Ebling stellten in ihren Eröffnungsreden die Wichtigkeit der Menschenrechte heraus. Für Heimspielatmosphäre bei leicht kühlen Temperaturen sorgte der humorvoll und leidenschaftlich kommentierende 05-Stadionsprecher Klaus Hafner. Würstchen, Pommes, nichtalkoholische Getränke und Glühwein standen für das leibliche Wohl zur Verfügung.

Jimmy Hartwig als Integrationsbeauftragter des DFB und als Trainer des Promiteams trug durch seine authentische und bodenständige Art zum Erfolg dieser Veranstaltung bei. 05-Profi Niko Bungert ließ ein Paar seiner Fußballschuhe für den guten Zweck versteigern.

Nach einer Schweigeminute für die Opfer aus Aleppo konnte das Spiel dann auch pünktlich gegen 16:30 Uhr angepfiffen werden. Weil sich zahlreiche Enten zu diesem Spiel angemeldet hatten, wurden drei möglichst gleich starke Enten-Teams gebildet, die jeweils 30 Minuten spielen sollten. Die Promis stellten zwei Teams und wechselten je nach Kräfteverschleiß.

Zu Spielbeginn merkte man sowohl dem Enten-Team 1 als auch dem Promiteam an, dass sie in dieser Zusammensetzung noch nie zusammengespielt hatten. Nach und nach fanden sich jedoch die Teams und es kam zu schönen Ballstafetten auf beiden Seiten. Die Angriffe des Promiteams wurden jedoch durch die starke Entenabwehr und durch den hervorragend aufgelegten Jugendtorhüter Max, der sogar einen Elfmeter hielt, entschärft. Angetrieben durch den starken Mohamed im Mittelfeld nutzten die Enten ihre beiden ersten Gelegenheiten, um durch Matthias W. und durch Mohamed mit 2:0 in Führung zu gehen.

Nach 30 Minuten kam es zum ersten Wechsel der Enten. Während die Promis nun schon eingespielt waren, benötigte das uneingespielte Enten-Team 2 noch Anlaufzeit. Durch den Ausfall von Michael K. war die Entenabwehr auf nur noch einen nominellen Defensivspieler geschrumpft. Die Schnelligkeit des Gegners riss deshalb bei vielen langen Bällen Löcher in die Enten-Verteidigung. Eventuell verhinderten auch zeitweise Ausfälle von Teilen der Flutlichtanlage den rechten Enten-Durchblick. So mussten drei Gegentreffer hingenommen werden. In der Offensive waren die Enten leider auch nicht mehr so kaltschnäuzig wie zu Beginn, so dass es 2:3 stand, als es zum letzten Entenwechsel kam.

Team 3 wollte durch solide Defensive und durch Zuspiele auf den schnellen Samir das Spiel wieder drehen. Leider wurde es kalt erwischt, als es gleich zu Beginn per Elfmeter das 2:4 hinnehmen musste. Die Enten ließen ihr Gefieder jedoch nicht hängen, schüttelten sich kurz durch und schafften – angetrieben von den „Ente Bagdad"-Rufen des Publikums und von Torwart-Ente Eric – den Anschluss. Samir nutzte dabei auf der rechten Angriffsseite seine Schnelligkeit und zirkelte den Ball aus spitzem Winkel gekonnt zum 3:4 am Torhüter vorbei. Nun da nur noch wenige Minuten zu spielen waren, wurde noch einmal alles nach vorne geworfen. Es kam zu Chancen auf beiden Seiten, wobei die Promis jedoch die Glücklicheren waren und quasi mit dem Schlusspfiff das 3:5 erzielten.

Klaus Hafner hatte jedoch recht, als er sagte, es komme bei diesem Spiel nicht auf das Ergebnis, sondern auf das Miteinander an. Die Spieler und die ca. 200 Zuschauer hatten jedenfalls Spaß an diesem Ereignis und konnten durch ihr faires Verhalten wahrlich ein Zeichen für Menschenrechte und für die Weltoffenheit von Mainz setzen.

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