Die Erinnerungen Pierre Cordiers

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Zwangsarbeit auf der Schiffswerft in Mainz-Gustavsburg

(Mainz – eig. Bericht) Die Studienleiterin Akademie des Bistums Mainz - Erbacher Hof, Dr. Felicitas Janson, begrüßte die über 50 Gäste im St. Hildegard-Saal sehr herzlich und leitete das Thema des Abends und den Vortrag von Frau Hartwig-Thürmer direkt ein.

Mit Beginn des Krieges wurden ab 1939 neben Kriegsgefangenen auch zivile Arbeitskräfte unter Zwang ins deutsche Reichsgebiet verbracht, die in allen Arbeitsbereichen eingesetzt wurden.

In den Mainzer Vororten und Umlandgemeinden bekamen die viele Betriebe vom Arbeitsamt Hilfskräfte zugewiesen, die schon bald vielerorts zum normalen Erscheinungsbild gehörten. Ein großer Teil der Mainzer Zwangsarbeiter*innen arbeitete in Fabriken bzw. bei kommunalen oder Staatsbetrieben. Das größte Lager in Mainz bestand in der M.A.N.-Fabrik in Mainz-Gustavsburg mit 1.067 Insassen mit verschiedensten Nationalitäten.

Im Februar 1943 wurde der achtzehnjährige Pierre Cordier aus seiner französischen Heimatstadt als Arbeiter auf die Schiffswerft Mainz-Gustavsburg gebracht, wo er bis zur Befreiung 1945 verbleiben musste. Jahre später schrieb er seine Erinnerungen auf, die 2005 auf Deutsch veröffentlicht wurden.

Die Historikerin Christine Hartwig-Thürmer erläuterte die Geschichte der Zwangsarbeit in Mainz und den langen Weg der Aufarbeitung in einem umfassenden Vortrag mit vielen Details und großem Überblick.

Im Anschluss las die Schauspielerin Petra Steck Textstellen aus den Erinnerungen Pierre Cordiers, die sehr eindrücklich die Situation der Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter schilderten, ihren Hunger, ihre Schmerzen, ihre Angst und ihre trotzdem vorhandene Hoffnung darauf, die Heimat einst wieder zu sehen.

Der Abend ging den rund 60 Besuchern sichtbar unter die Haut, und es wurde noch lange gefragt, gesprochen und diskutiert.

Selbstverständlich hatten die Damen auch die gelbe Turbanente des FC Ente Bagdad als kleinen Dank für die Performance verliehen bekommen, worüber sie sich sehr freuten.

Wir bedanken uns bei ihnen und bei allen Anwesenden, die zum Gelingen dieses außerordentlichen Abends beigetragen haben.

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