AZ Mainz - Europapreis
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Festlicher Empfang für die Mainzer Vorzeigekicker
Festlicher Empfang für die Mainzer Vorzeigekicker
Europasonderpreis für den FC Ente Bagdad / Um Integration bemüht
Große Ehre für die Hobby-Fußballmannschaft des FC Ente Bagdad: Bei einem festlichen Empfang in der Staatskanzlei haben die Balltreter um Mitbegründer, Präsident und „Coach auf Lebenszeit“ Ronald Uhlich den Europasonderpreis des Landes Rheinland-Pfalz 2006 in Empfang genommen.
In einer Laudatio vor 250 Gästen wurden die „Enten“ dafür gelobt, dass sie sich seit 33 Jahren vorbildhaft der Integration von Mitspielern aus verschiedenen europäischen und außereuropäischen Staaten annehmen. Ihr Ziel sei es dabei gewesen, Kulturen zu integrieren, voneinander zu lernen und anderen zu helfen.
„Das war das erste Mal, dass wir mit so einem Preis ausgezeichnet worden sind“, sagte Christian Hinsch, bei den „Enten“ im defensiven Mittelfeld sowie als Pressesprecher aktiv. „So etwas kommt immer ein bisschen unerwartet - man weiß ja nicht, wer sich sonst noch alles bewirbt.“ Umso stolzer ist der Klub, der seit dem Jahr 2002 als Sondermannschaft unter dem organisatorischen Dach des frisch gebackenen Kreisliga-Aufsteigers Vitesse Mayence spielt. „Das ist eine schöne Anerkennung für das, was wir bislang so gemacht haben“, meinte der 39 Jahre alte Hinsch. „Und eine zusätzliche Motivation, auf diesem Weg weiterzugehen.“
Gegründet wurde die Hobby-Mannschaft 1973 von vier Abiturienten des Gutenberg-Gymnasiums. Von Anfang an stand dabei nicht nur die Freude am Kicken im Mittelpunkt, sondern auch der soziale Aspekt und die Integration fremder Nationalitäten. Aktuell laufen Sportsfreunde aus Frankreich, Italien, Spanien, Österreich, Kurdistan, Marokko, Bolivien, Chile, Burkina Faso und Syrien im „Enten“-Dress auf. Ein paar Deutsche wie Trainer-Guru Uhlich oder Werner Pilsner, der schon zu Lebzeiten eine Legende ist, sind auch dabei.
Insgesamt treten beim FC Ente Bagdad 40 Männer zwischen 16 und 55 Jahren gegen die „Pille“, darunter mittlerweile auch die Söhne einiger „Alt-Enten“. Ab und an trainiert sogar der 75 Jahre alte Ehrenspielführer Kuno mit. Als gemeinsamer Ehrenkodex gilt: Toleranz, Respekt und Fairness gegenüber den Mitspielern - unabhängig von Alter und Herkunft.
Um den kulturellen Austausch zu fördern, haben die „Enten“ in den vergangenen Jahren diverse Freundschaftsspiele im Ausland ausgetragen, etwa in Straßburg, Graz oder Damaskus. Erst vor wenigen Wochen weilte die „sozial integrierende, kultur- und generationenverbindende Sport- und Freundschaftsgemeinschaft ohne Grenzen“ (Uhlich über seine „Enten“) in Rom und besiegte dort ein gemischtes Team der deutschen Botschaft und der Food and Agriculture Organisation (FAO) der Vereinten Nationen mit 5:2. Der nächste Kulturaustausch ist schon geplant. Am 11. Juni geht es auf dem Kunstrasen in der Bretzenheimer Ulrichstraße gegen eine Truppe englischer Fußball-Fans aus Wolverhampton.
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