Artikel in der Allgemeinen Zeitung Mainz
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Zeichen für friedliches Miteinander: Mainz 05 gegen FC Ente Bagdad / Erlös für Flüchtlingshilfe
Auch die Mainzer Allgemeine Zeitung berichtet über die Benefizveranstaltung und das -spiel vom Pfingstsonntag.
Von Bastian Reisch
MAINZ - „In unserer Kurve ist noch Platz!“: Unter diesem Motto stand das Flüchtlings-Benefizspiel des 1. FSV Mainz 05 und des integrativen Mainzer Fußballteams FC Ente Bagdad im Bruchwegstadion am Sonntag. Der Bundesligaverein setzt mit dem Spiel ein Zeichen gegen Fremdenfeindlichkeit und für ein Miteinander der Kulturen. Alle Einnahmen werden an verschiedene karitative Vereine in Mainz gespendet, die sich in der Flüchtlingshilfe engagieren, sowie an die integrative Initiative „Willkommen im Fußball“.
„Den Platz in der Kurve brauchen wir. Es gibt viele Flüchtlinge, die wir hier in der Region unterbringen müssen“, sagt Moderator Kwamena Obu Mensa Odum zu Beginn der Podiumsdiskussion vor dem Spiel. Über die integrative Wirkung des Sports diskutierten der ehemalige 05-Profi und aus Rumänien stammende Ralph Gunesch; der Afghanistan-Flüchtling Samir, der bei Ente Bagdad als Trainer hilft; Danny Latza aus dem Mainzer Bundesligakader sowie sein Freund Gullit aus Schalker Jugendzeiten, der mit seiner Familie aus dem Kongo geflüchtet war und heute aktiv in der Flüchtlingshilfe ist, sowie David Naujeck von der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung.
„Für mich ist Ente Bagdad wie eine Familie“, sagt Samir über die Hilfe des Fußballs bei der Integration. „Der Fußball kann so viel, was andere Institutionen nicht können: Woher du kommst ist egal, es haben alle die gleiche Leidenschaft“, bestätigt Gunesch. Nachmittags rollte dann der Ball auf dem Rasen des Bruchwegstadions. Im Team der 05er-Traditionself liefen neben ehemaligen Stars mit Stefan Bell und Niko Bungert auch Spieler aus dem aktuellen Profi-Kader auf. Auch mit von der Partie waren Ralph Gunesch, Mimoun Azaouagh, Petr Ruman und Sven Eichinger. Die Amateure des FC Ente Bagdad, die im Laufe des Spiels von den Fans lautstark angefeuert wurden, setzten sich aus einer Vielzahl an Nationalitäten, darunter Gabun, Algerien, Syrien, Afghanistan, Deutschland zusammen und betonten so die Vereinsphilosophie: „Spielstärke, Alter, Nationalität oder Religion spielen keine Rolle.“
Ergebnisse waren eine Nebensächlichkeit an diesem Nachmittag, viel mehr stand die Rolle des Fußballs bei der Integration und die Hilfe für Flüchtlinge im Zentrum. Dennoch wurden die vier Treffer, die die Hobbykicker gegen die Traditionself erzielen konnten, von allen gefeiert. Auf dem schon seit dem Mittag geöffneten Streetfood Markt erfreuten sich die fast 5000 Fans auch nach Spielende an Spezialitäten aus vielen Ländern bei Feierstimmung und Live Musik.
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