50 Jahre FC Ente Bagdad – Jubiläumsgala

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Mit Ente Bagdad zurück in die Zukunft

(Mainz – eig. Bericht) Knapp 170 Gäste hatten sich im Mainzer „Haus der Kulturen“ eingefunden, um mit den Enten das 50-jährige Bestehen unseres „Mini-Furz-Hobby-Fußballclubs“ zu feiern. Es sollte ein außergewöhnlicher Abend werden, so viel sei schon verraten.

Das Enten-Festtagskomitee bestehend aus dem Ehepaar Uhlich, Christian H., Edgar L., Joseph L., Tilo B., Le Maître, Uli R. und Wolfram G. hatte nach einem Jahr Planungsarbeit ein Programm zum Thema „Mit Ente Bagdad zurück in die Zukunft“ zusammengestellt, das dem Anlass gerecht werden sollte. Bereits zum vierten Mal in Folge war uns Fabian Kelly mit Ideen, Umsetzung und Moderation des Abends professionell behilflich.

Nachdem das Publikum eingetrudelt war und seinen Begrüßungssekt – unterbrochen von herzlichen Begrüßungen und Umarmungen – geschlürft hatte, wurde um 18.45 Uhr der Festsaal geöffnet und die Suche nach den Sitzplätzen begann. Das ging erstaunlich flott, sodass das Abendprogramm pünktlich um 19.15 Uhr starten konnte.

Den Startschuss gaben wir mit einem ersten Film, in dem die meist ukrainischen Kinder eine Choreo zu „Tage wie diese“ der Toten Hosen zum Besten gaben.

Direkt anschließend sang die ukrainische Sängerin Alesja zwei Lieder aus ihrer Heimat. Sie lebt seit 23 Jahren in Deutschland, bleibt aber mit ihrem Herz und der Seele bei der ukrainischen Traditionen, Musik und Kultur. Seit Beginn des Krieges in der Ukraine ist Alesja mit ihrer Familie aktiv bei den Helferorganisationen dabei und nimmt gerne an den Veranstaltungen teil, um mit der schönen Musik etwas positive Energie, gute Laune und Freude den geflüchteten Menschen aus Ukraine und anderen Ländern zu schenken. Schnell waren sowohl der Saal als auch die Herzen auf Betriebstemperatur.

Nach einem Einspieler zur „Geburt der Ente“ in einem chaotischen Kosmos begrüßte Showmaster Fabian die Anwesenden und führte in das Thema das Abends ein. Als Zeitmaschine fungierte eine Waschmaschine, in die er einen Satz schmutziger Trikots lud, und die uns zunächst vom aktuellen Jahr 2023 in das Jahr 1973 zurückversetzte.

1973

Nachdem die Zeit rückwärts gelaufen war holte Fabian erstaunt ein Originaltrikot aus dem Jahr 1973 aus der Trommel und präsentierte es dem überraschten Publikum auf einer Wäscheleine, die quer über die Bühne gespannt war.

Irgendwas fehlte aber noch. Richtig, die Festtagscrew war ja noch gar nicht da! Also flugs in den StarTrek-Transporterraum geschaltet, von wo aus die Herren mit viel Feuer und Rauch auf die Bühne gebeamt wurden. Laute „Aahs“ und „Oohs“ begleiteten den stürmischen Applaus bei deren Erscheinen.

Da standen sie nun in ihren StarTrek-Uniformen und freuten sich, als Ronald nach dem Mikro griff und zu seiner Begrüßung anhub. Während die Gäste sich die bereitgestellten Käse-Igel munden ließen (ja, auch das Essen war an diesem Abend auf die jeweils behandelte Ära abgestimmt) ließ er die vergangenen Zeiten nochmal Paroli laufen, berichtete von Erfolgen und Misserfolgen, guten und schwierigen Zeiten sowie vom gesellschaftlichen Engagement des Clubs, das ihn zu internationaler Bekanntheit und Anerkennung gebracht hat.

Spontan kam auch noch Ente Ilona mit einigen ukrainischen Müttern auf die Bühne, um dem Club und Ronald für die herzliche Aufnahme und all die guten Taten zu danken, die ihnen den Aufenthalt in Deutschland erleichtern. Der Enten-Coach durfte sogar noch eine Uhr in der Form der Ukraine mit deutscher und ukrainischer Flagge darauf entgegennehmen.

Das dauerte – und schon hatten wir in unserem Regieplan ordentlich überzogen. Machte aber nix, denn Fabian holte die verlustig gegangenen Minuten im Laufe des Abends locker wieder rein.

Nachdem dann ein weiterer Film – „FC Ente Bagdad – wie alles begann“ – einen Blick in die ersten Tage und Monate des Clubs gewährte, konnte die Vorspeise serviert werden: Königinnen-Pastetchen, was auch sonst. Der Geräuschpegel schwoll an, weniger wegen des Essens, vielmehr wegen der Gelegenheit zu ausgiebiger Kommunikation zwischen den Gästen.

2014

Dem bereitete der folgende Waschgang ein Ende, der die Anwesenden von 1973 in das Jahr 2014 katapultierte. Wiederum kam ein Trikot aus jener Zeit aus der Waschmaschine, gefolgt von filmisch festgehaltenen internationalen Grußworten von Menschen, die uns persönlich kennen und mit denen wir teilweise schon seit vielen Jahren freundschaftlich verbunden sind und zusammenarbeiten. Einige dieser Menschen saßen sogar als Ehrengäste im Publikum, allen voran unser Companhero Eberhard S. von der !NieWieder-Initiative, dessen eigens zu diesem Anlass komponiertes Lied die Grüße musikalisch untermalte.

2014 – das war der Beginn einer bis dato nie gekannten sogenannten „Flüchtlingswelle“, die auch dem FC Ente Bagdad großen Zustrom insbesondere aus dem Vorderen Orient und aus Afrika bescherte. Dazu passend brachten im zweiten Live-Gig des Abends zwei afghanische Enten Lieder aus ihrer Heimat auf landestypischen Instrumenten zu Gehör, denen das Publikum aufmerksam lauschte. Nach dem verdienten Applaus begleitete ihre Zugabe die syrischen und afghanischen Gerichte, die als Zwischengang serviert wurden.

2002

Von 2014 ging es in einer weiteren Zeitreise zurück nach 2002. Der erneute Waschgang hatte wiederum ein Trikot hervorgezaubert, das nun neben den beiden anderen an der Leine baumelte. Der folgende Film „Von Bolzplätzen zur Enten-Arena“ veranschaulichte den weiten Weg der Enten von improvisierten Trainingsplätzen zum UEFA-konformen Kunstrasen der Enten-Arena. Diesen Einschnitt in die Enten-Historie machte Werner P. in einem spontan vom Showmaster initiierten Interview nochmals deutlich: von den kargen Möglichkeiten der ersten Jahrzehnte bis zu Umkleidekabinen und Duschen ab 2002.

Währenddessen hatten unsere beiden bolivianischen Barden Victor und Carlos bereits die Bühne geentert (!) und nahmen alle auf eine musikalische Reise in ihre Heimat mit. Der Saal kochte, Enten-Schals wurden geschwenkt und alle Lieder mitgesungen. Nachdem der tosende Applaus eine Zugabe forderte wurde der Hauptgang serviert, aber der Geräuschpegel sank nur unwesentlich, denn die Enten schnatterten wieder kräftig durcheinander.

Im Anschluss war es Zeit für weitere Grußworte, dieses Mal von Enten aus aller Welt, die sich große Mühe gegeben hatten, die Bedeutung des FC Ente Bagdad für sie persönlich teils sogar pantomimisch darzustellen. Das eine oder andere schallende Lachen ob der Beiträge zeigte, dass die Protagonisten den richtigen Ton getroffen hatten.

2073

Wie aber war das doch gleich mit dem Motto des Abends „Zurück in die Zukunft“? Diese letzte von einem Waschgang begleitete Zeitreise des Abends transportierte die Enten 50 Jahre weiter in das Jahr 2073. Nachdem das zukünftige Trikot seinen Platz neben den anderen gefunden hatte schauten wir gebannt auf die Vorbereitungen zur 100-Jahrfeier des FC Ente Bagdad. Afghanische, ukrainische und deutsche Kinder waren im Film „Festtagskomitee 2073“ vertreten und planten den Event, ganz im Sinne der Altvorderen, mit neuen und bewährten Highlights für den Jubiläumsabend. Noch einmal wurde es emotional, und wären wir keine Enten, könnte man von einem Gänsehautmoment sprechen.

2023

Der wurde noch durch den Auftritt von Tilo B. mit seiner Gitarre verlängert, der einen eigens für diesen Anlass geschriebenen Text musikalisch präsentierte. Als danach er, das wieder auf der Bühne befindliche Festtagskomitee und das Publikum im Saal mit gen Decke gereckten Entenschals „You’ll never walk alone“ anstimmten waren die Enten kaum noch zu halten. Ein herrlicher Moment, der uns wie der gesamte Jubiläumsabend noch lange im Gedächtnis bleiben wird.

Lobende Worte für einzelne Komiteemitglieder wurden gefolgt von Blumen für Rita U. sowie der Ankündigung der Tombola.

Als dann die Jubiläumstorten mit Feuerwerk in den Saal gerollt kamen und zur Nachspeise aufgerufen worden war, durfte der letzte musikalische Live-Auftritt des Abends endlich loslegen. Angeführt von Gaspard Ngarambe waren unsere Freunde aus Ruanda mit ihren Trommeln gekommen, um die Enten zu unterhalten und ihnen traditionelle Musik aus ihrem Land zu präsentieren. Es sollten sogar zwei Enten mit auf die Bühne kommen und versuchen, dem Trommelrhythmus zu folgen.

Derweil hatten die Glücksfeen Rita und Kim U. alle Hände voll zu tun, die Lose für die über 450 Gewinne zu verkaufen, denn Nieten gibt es bei den Enten keine. Die Schlange vor der Gewinnausgabe wurde lang und länger, die Freude über die Preise war groß und es wurde auch schon eifrig getauscht. Besonders der Enten-Jubiläumshonig und die Mainz 05-Eintrittskarten und signierten -Trikots waren begehrt.

Unabhängig davon hatten die weiblichen Gäste auf ihren jeweiligen Plätzen Umschläge mit einem Geschenk der Enten-Ladies vorgefunden, die Erpel bekamen eine Nachbildung des Originaltrikots von 1973 überreicht und allen Gästen wurde die Zeitschrift zum 50. Enten-Jubiläum offeriert.

Das Fest endete, wie es begonnen hatte. Herzliche Umarmungen, Dank und Freude allüberall. Ein gigantisches Enten-Familienfest war zu Ende. Es sollte aber noch bis gegen zwei Uhr morgens dauern, bis sich die letzten Gäste verabschiedet und den Nachhauseweg angetreten hatten.

Wir bedanken uns von Herzen bei allen Teilnehmenden von nah und fern, die ihr zu diesem unvergesslichen Erlebnis beigetragen habt. Es war uns eine große Freude und Ehre, diese Jubiläumsfeier auszurichten und wir waren glücklich, euch alle beisammen zu haben.

You’ll never watschel alone!

Euer Festtagskomitee Rita, Christian, Edgar, Joseph, Ronald, Stefan, Uli und Wolfram

Die am Festabend gezeigten Filme sind in einer eigenen Playlist auf unserem YouTube-Kanal zu sehen. Ein paar fotografische Eindrücke findet ihr unten. An dieser Stelle auch nochmals herzlichen Dank dafür an unseren ukrainischen Fotografen Dawyd.

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Kommentare

Kommentar von Serge Salomon |

Eure Feier bleibt uns als wunderbares Fest in Erinnerung!
Über diesen Weg nochmal ganz vielen Dank für den großartigen Abend
Liebe Grüße
Serge

Kommentar von Susanne Franke |

Vielen Dank!
Ich freue mich noch immer :)
Prost euch Enten.

Kommentar von Alu |

Liebe Enten,
ich möchte mich gerne dem Dank von Serge anschließen. Es war ein sehr sehr schönes Fest und eine große Ehre für uns Ranger, dass wir dabei sein konnten. Als kleine Aufmunterung für alle Maladen - und auch für die ganze Entenfamilie - hab' ich im Anhang eine kleine Melodei für Euch!

Liebe Grüße an alle Enten! Schön das es Euch gibt!
Alu

Kommentar von Eberhard Schulz |

Der Abend in der "Ruhmeshalle der Entenfamilie" wird für mich in seiner Schönheit, Intensität, Liebenswürdigkeit, Kreativität, niemals vergessen werden. Die Summe der Bilder, der Begegnungen und Gespräche, die mit Liebe und Können inszenierten Bildgeschichten aus der Vergangenheit bis zur Gegenwart und darüber hinaus, haben mich glücklich gemacht. Was ist das für ein Schatz an Menschen und die Idee die sie antreibt, heißt, den Friede auf Erden, in Mainz und u.a. in Ruanda zu befördern.Dazu der Spruch des alten Jesajas:
“Der Gerechtigkeit Frucht wird Friede sein, und der Gerechtigkeit Nutzen wird ewige Stille und Sicherheit sein”. Dieses Zitat stammt aus dem Buch Jesaja, Kapitel 32, Vers 17. Es ist ein Ausdruck der Hoffnung auf Frieden und Sicherheit, die durch Gerechtigkeit erreicht werden kann. Die Bedeutung dieses Verses ist in vielen Kulturen und Religionen von Bedeutung und wird oft als eine Botschaft der Hoffnung und des Friedens interpretiert. So einfach und so exklusiv ist Euer Wirken.

Kommentar von Bernd Bomber |

Nun sind ein paar Tage vergangen…aber die Enten-Feier ist immer noch im Gedächtnis. Es war wirklich außergewöhnlich schön, hat Spaß gemacht und die Location und das Essen waren super. Am besten haben uns allerdings die Gespräche mit den Enten-Menschen gefallen. Es war wie immer locker, informativ, lustig und einfach angenehm.
Steffi hat sich auch sofort wohl gefühlt und fand es super. Das liegt an Eurer super Vorbereitung, aber vor allem auch an Eurem Charakter: jeder ist willkommen, jeder!!
In diesem Sinne bis bald!
Steffi und Bernd

Kommentar von Mara Pfeiffer |

Lieber Stefan, liebe Rita, lieber Ronald,
danke euch nochmals von Herzen für die wunderbare Feier. Es war einfach der Hammer.
Zeit mit den Enten ist ja sowieso immer sehr gut verbrachte Zeit, aber diesmal habt ihr euch wirklich selbst übertroffen. Die intensive Vorbereitung, die Liebe zum Detail, der Wunsch, etwas ganz Besonderes auf die Beine zu stellen, für euch und für alle anderen, all das war in jeder Sekunde des Abends zu spüren. Und es ist euch mehr als gelungen. Dazu gehört am Ende auch, welche Menschen ihr da zusammenbringt. Immer möchte man quatschen, umarmen, lachen, weil jede Person, die in euren Runden auftaucht, einfach unfassbar angenehm ist.
Vielen, vielen Dank. Für alles!
Es war mir eine Ehre und ein Fest (Isa würde sagen: ein inneres Seelenstreicheln), dabei sein zu dürfen. Den Abend mit euch und Isa teilen zu dürfen, hat noch eine Extraschleife darum gemacht.
Fühlt euch ganz fest umarmt, eure Mara

Kommentar von Doris Jändrosch |

Liebe Enten,
bevor der November vorüber ist, möchte ich der Ente ganz herzlich zum 50. Geburtstag gratulieren. Ihr macht eine tolle Arbeit! Vielleicht sollte ich besser schreiben: Ihr macht ein tolles Vergügen! Zur Freude und Integration von hunderten, tausenden .... Menschen innerhalb der letzten Jahre.
Ich lasse Euch hoch leben, erst recht in diesen furchtbaren Zeiten!!!
Ein Tusch aus Berlin und liebe Grüße
Doris

Kommentar von Andreas & Lesya |

Lieber Ronald, Rita und Alle Enten,
wir sind genauso von euch als Personen als auch vom ganzen Team FC Ente Bagdad begeistert. Ihr habt einen Mega Abend / Event auf die Beine gestellt und wir fühlten uns von der erster Sekunde sehr wohl. Es war sehr schön zu erleben und zu erfahren, was ihr seit 1973/ 50 Jahren auf die Beine gestellt habt. Ronald ab sofort habt ihr 2 Enten mehr und wir freuen uns euch in jeder Hinsicht zu unterstützen.
Liebe Grüße aus Bodenheim
Andreas & Lesya

Kommentar von Heiko |

Liebes Orga.-Team,
das 50-jährige Jubiläum des "Mini-Furz-Hobby-Fußballclubs" im Mainzer „Haus der Kulturen“ war ein unvergessliches Erlebnis für mich, eine Nacht voller Herzlichkeit und Gemeinschaft. Die gemeinsame Zeitreise "Mit Ente Bagdad zurück in die Zukunft" hat nochmal allen gezeigt, was den Enten-Kosmos auszeichnet und wie wichtig die Enten-Gemeinschaft für viele Menschen ist.
Vielen Dank!

Kommentar von Karl-Heinz Reimann |

Danke für das tolle Fest und großer Respekt für das, was ihr da auf die Beine gestellt habt. Es hat mich sehr gefreut, wieder einige von den alten Enten zu sehen und mit ihnen zu ratschen. Was ihr in den letzten 50 Jahren geleistet habt, euer Engagemnent ist einfach phänomenal. Ich gebe zu, es macht mich ein bisschen stolz, zu den Enten zu gehören!
LG
Karl-Heinz

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